November 2

Nach 8 Std. Zugfahrt im Wagon der “sitzenden” 2. Klasse, nach nur nicht einmal 2 Std. Schlaf, nahm diese Reise, mit nur Einheimischen im Zugabteil, denen es wohl nichts ausmachte beim geöffneten Zugfenster zu schlafen, während von der anderen Seite die vielen Ventilatoren leiser oder lauter summend ihren Dienst verrichteten, um 0600 Uhr morgens sein Ende. Wir waren angekommen, in der Mega-metropole Südost-Asiens, Bangkok. 3 anstrengende Tage lagen vor uns bevor wir gen Norden aufbrechen wollten. Untergekommen sind wir im Viertel Thewet, welches am Fluss Chiao Praya und etwas nördlicher als das Touristenviertel Banglamphu liegt. Per Tuk-Tuk ging es vom Bahnhof “Samsen” zu unserem Guesthouse. Totmüde vielen wir einfach nur noch ins Bett und holten ersteinmal die fehlenden Stunden Schlaf nach. Nachmittags ging es dann zu Fuss Richtung Banglamphu und die nähere Umgebung. Auf der Kao San Rd. trafen wir wieder auf das Klientel, dass wir schon auf Ko Phi Phi versucht hatten zu meiden und waren heilfroh, nicht in der näheren Umgebung untergekommen zu sein. Wir wollten eigentlich auch schon unsere Tickets weiter nach Chiang Mai Buchen, doch in dem Touristenbüro, in das uns ein Tuk-Tuk fahrer brachte, merkten wir schnell, dass es sich um ein sehr gut getarntes Fake-Büro handelte, in dem man uns über den Tisch ziehen wollte. Man sagte uns, das durch die schweren Regenfälle alle Züge nach Norden ausgefallen seien und wir zwangsweise mit dem Bus fahren müssten. Dies entsprach auch noch der Wahrheit, aber die Preise für die Bustickets, die uns eine Minute später angeboten wurden, waren alles anderen als Real und überstiegen den Preis der Tickets am Busbahnhof um ein dreifaches. Trotzdem saßen an allen anderen Schaltern Ausländer und ließen sich seelenruhig beraten und kauften, denken wir das eine oder andere Ticket. Aufmerksam auf den Schwindel wurden wir, da das Büro sich aus T.A.T. Büro ausgab (Offizielle Touristen Information), aber diese Büros vom Staat keine Ticketkäufe oder Buchungen vornehmen dürfen. Also gingen wir wieder ohne einen Baht ausgegeben zu haben.

Der 2. Tag in Bangkok war eine chaotische Reise durch die Großstadt auf der wir mindestens 4 verschiedene Transportmittel benutzt haben um am Ende völlig erschöpft und wenig begeistert im Guesthouse ankamen um nur danach wieder loszugehen. Morgens ging es mit dem Boot, den Fluss runter bis zum Wat Pho, einer der berühmtesten Tempelanlagen Bangkoks wenn nicht sogar Thailands. Der Tempel der Superlativen. Die meisten Buddha-Abbildungen Thailands, der größte liegende Buddha Thailands und die früheste Institution in der das Volk Zugang zu öffentlicher Bildung hatte.  Immer wieder seltsam fanden wir die Unterschiede zu den vielen Tempeln die wir in Nepal gesehen hatte. Denn wo in Nepal noch an Kitsch gespart wurde, glichen die thailändischen Tempel, teiweise vergoldeten Trödelläden, in denen religiöses Dekór in allen Farben, Formen und geschmacklich verfehlten Designen angeboten wurde. Doch auch dieses hatte in gewissem Maße seinen Reiz.

Die zweite Station des Tages war auch wieder schnell mit dem Boot erreicht, Chinatown. Ein hektisches Viertel, mit vielen kleinen Gassen und versteckten Märkten, vielen Essensständen und Garküchen, in denen nichtdefinierbare Lebensmittel zubereitet wurden. Da wir endlich mal was trinken mussten, setzten wir uns an ein chinesischen Essensstand, aber bekamen auch gleich beide einen Teller mit irgendeinem Gericht, welches wir noch nie zuvor gesehen hatten. Egal, es wird gegessen was auf den Tisch kommt oder auch nicht. Das Essen hatte einen sehr komischen Geschmack, wahrscheinlich von Gewürzarten, dessen namen, hätten wir sie gekannt, nicht mal aussprechen könnten. Aber dennoch, aus freundlichkeit aßen wir die Hälfte und wollten uns dabei nicht vorstellen, was das für eine Fleischeinlage sei, nach dem wir auf diversen Märkten allerlei Kurioses im Angebot gesehen hatten. Es brachte uns aber auch nicht um und wir konnten weiter ins Centrum vordringen.

Vom Bahnhof Hualamphong ging es mit der Metro gen Zentrum, um dann gleich auf den Skytrain umzusteigen und nochmals ein paar Straßen und Blocks weier zu fahren. Nun waren wir wirklich im Zentrum vom neuen Bangkok angekommen.  Der Verkehr der sich auf mehreren Ebenen und Leveln zähfließend an den riesen Shoppingmalls vorbeischob, machte den Überblick nicht gerade leichter und nach einem kurzen Besuch in der MBK Mall, ging es dann per Tuk-Tuk zurück zum Fluss und zum sicheren Heimweg. Dachten wir auf jeden fall, bis uns zuersteinmal ein Verkehrspolizist auf einem Motorrad links überholte und dem Tuk-Tuk Fahrer die Zündschlüssel abzog und verschwand. Da standen wir nun im Rush-Hour Stau und warteten auf unseren Fahrer, der schnell dem Polizisten hinterhergerannt war. Wir denken uns, dass der Fahrer den Polizisten mit ein paar extra zugesteckten Baht bestochen hatte um wieder an den Schlüssel zu kommen, denn nach 5 min. kam er wieder und es konnte weiter gehen. Leider auch nur 200 m bevor unser Fahrer Links ranfuhr und uns ein anderer Tuk-Tuk fahrer mitteilte, dass es hier nicht mehr weiterginge, es sei denn wir wollten noch eine Sightseeingtour per Tuk-Tuk machen. Alles klar! Auch hier wollte man uns abziehen. Da der Verkehr sowieso viel zu viel wurde und man nur noch im Schneckentempo bis gar nicht mehr vorankam. Stiegen wir einfach aus. Man verlangte nicht einmal den Fahrpreis bis zum jetzigen Standort und wir marschierten bis zur nächsten Skytrainstation,  mit dem wir bis zum Fluss fahren konnten. Dort gings dann per Boot zurück zum Guesthouse. Eigentlich wollten wir dann sofort ins Bett, aber letztendlich landeten wir zusammen mit dem Pärchen aus Berlin, das wir auf Ko Tao kennengelernt hatten auf einer Rooftopbar um mit einen paar Cocktails auf meinen Geburtstag anzustoßen.

Am Tag 3 ging es mit dem Bus zum Chatachuck Weekend Market. Ein riesengroßer, teilweise überdachter Markt, der tausende von kleinen Geschäften und Ständen beherbergte. Hier gab es wirklich alles zu kaufen von second hand Kleidung, über Antiquitäten, bis hin zu allerlei Getier und so weiter. Hier haben wir den großteil des Tages mit ein paar Einkäufen verbracht. Zwischendurch hatten wir uns dazu entschieden zum nicht all zu weit entfernten Bus Terminal zu fahren, um unsere Tickets nach Chiang Mai zu kaufen, und schon am nächsten Tag sollte es morgens um 7.25 Uhr mit dem Bus in 10 – 11 Stunden nach Chiang Mai gehen.