Dezember 21

Nachdem wir ein paar ruhige und eher ereignislose Tage in Vientiane verbrachten, ging es wiedermal mit einem lokalen Bus weiter gen Süden. Denn unseren einzigen Stop in Zentrallaos wollten wir in Tha Khek verbringen. Die 6 stündige Busfahrt war dieses Mal aber etwas komfortabler, da wir beide Sitzplätze ergattern konnten und auch der Bus nicht so voll war, wie auf der Fahrt zur Hauptstadt. Trotzdem waren auch diesmal wieder mehr Passagiere an Bord, als für den Bus eigentlich vorgesehen. Diese nahmen auf den extra dafür vorgesehenen Plastikstühlen im Gang platz. Die 1. Nacht in Tha Khek schliefen wir in einer Travellerlodge im Mehrbettzimmer, da dies mit Abstand die günstigste Option war. Von hier aus wollten wir schon am nächsten Tag zu einer 3 tägigen Motorradtour durch Zentrallaos aufbrechen und nutzten die Lodge währendessen als Lagerraum für unsere großen Rucksäcke, die mit uns zwei auf keinen Fall mehr Platz auf dem Motorrad hatten. Wir räumten also schon früh am morgen unsere Betten, packten ein paar Kleinigkeiten in unseren Daypack und ließen die großen Rucksäcke in der Lodge zurück. Auch diesmal gab es wieder keine geländetauglichen Maschinen und wir hatten schon von anderen Reisenden gehört, dass es keine Seltenheit war, dass diese oder einzige Teile auf der Strecke den Geist aufgaben und man ohne Reparatur nicht weiter kam. Dies konnte uns aber nicht abschrecken und wir machten uns trotzdem auf den Weg.

Unsere erste Tagesetappe sollte uns von Tha Khek nach Lak Xao führen. Die 205 km sollten locker an einem Tag zu schaffen sein und komplett auf gut- ausgebauten Straßen erst nah dem Mekong durch Flachland und später in die Berge führen. Leider kam es mal wieder ein wenig anders als geplant, als uns nach 60 km auf der Hauptstraße das komplette Hinterrad unseres Motorrads auseinander fiel. Dies passierte zu allem Überfluss während der Fahrt und machte nicht all zu schöne Geräusche. Zum Glück konnten wir die Maschine ohne Probleme, aber mit einem gehörigen Schrecken zum Stehen bringen.  Da standen wir nun inmitten der Wallapampa an einer mehr oder weniger stark befahrenen Straße. Das Problem war aber, dass das Hinterrad so demoliert war und in einem so abstrakten Winkel zum Rest des Motorrads stand, dass wir dieses auch nicht einmal mehr schieben konnten. Zum nächsten größeren Ort mit Werkstatt waren es nochmal 50 km. So hatten wir keine andere Wahl als auf den nächsten Pick-Up zu warten und uns samt Motorrad ins besagte Dorf fahren zu lassen.

Das Taxi kam nach einer halben Stunde, die laotischen Passagieren halfen uns unter großem Gelächter unser Gefährt auf die Ladefläche zu hiefen und eine weitere halbe Stunde später waren wir im Dorf, an dem es von der Nord-Südachse Rt 13 auf die West-Ostachse Rt 8 nach Vietnam ging. Nachdem wir alles ausgeladen hatten und das schwere Vehikel zur nächsten Werkstatt geschleppt hatten, wurden wir Zeuge davon, wie der einheimische Junge in unserem Alter sich mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit daran machte, unser Hinterrad zu demontieren, mit einem neuen auszutauschen und wieder zu montieren, als ob er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht hätte, was auch sehr wahrscheinlich ist. Die Reparatur dauerte sagenhafte 20 min. und erleichterte uns für heimische Verhältnisse nur um läppische 23€. Immernoch völlig fasziniert von den Reparaturkünsten des Laoten , aßen wir erst einmal Mittag und setzen danach unseren Weg in die Berge fort.

Bike Repair, Motorbike Loop

Da unser Tagesziel Lak Xao vor der Dunkelheit nicht mehr zu erreichen war, entschieden wir diese Nacht 50 km vor Lak Xao in einem kleinen Ort namens Ban Nahin zu verbringen und ließen Tagesziel erst einmal Tagesziel sein. Am nächsten Morgen ging es schon um 6:00 Uhr los, um die verlorengegangene Zeit wieder gut zu machen. Nach 2 Std. erreichten wir über Serpentinenstraßen Lak Xao, welches nur 30 Km von der vietnamesischen Grenze entfernt liegt. Nach einer Frühstückspause machten wir einen 18 km Abstecher zu ein paar heißen Quellen in Richtung Vietnams, doch auch nach mehrmaligen Fragen der Lokalbevölkerung konnten wir diese leider nicht ausfindig machen. Also ging es die 18 km wieder zurück um danach die härteste Etappe der Tour zu bestreiten. In 60 Km ging es über eine Schotterpiste, die sich ziemlich schnell in eine völlig mit Schlaglöchern durchzogenen Berweg verwandelte und in vielen Windungen durch die mit dichtem Dschungel bedeckten Berge führte. Hier wurde unser Motorrad ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, aber wie ein Wunder waren auch nach 60 km keine größeren Schäden zu erkennen. Das war auch gut so, denn diese Strecke wurde so gut wie gar nicht befahren und zwischen den kleinen Bergsiedlungen lagen oft viele Kilometer. Völlig erschöpft kamen wir am Nachmittag im kleinen Dorf Ban Tha Lang an. Hier wollten wir die nächste Nacht verbringen und fanden auch schnell ein einfaches Guesthouse mit ein paar Bungalows zum Übernachten.

Kurz nach der Ankunft versuchte ich mich noch in Petang, dem Botcha-ähnlichem Spiel, gegen zwei Einheimische und dazu gab es wiedermal jede Menge Lao Lao und tatsächlich war ich gar nicht so schlecht. Dafür, dass es mein erstes Mal war, hatte ich mich ganz gut geschlagen. Die 3. Tages-Etappe sollte uns die ungefähr 100 km  zurück nach Tha Khek bringen. Um 8:00 Uhr war Aufbruch. Von Ban Tha Lang aus wurde die Straße wieder besser. Die ersten 20 km bis nach Nakai ging es noch auf einer Schotterpiste vorbei an dem neu aufgestauten Nam Theun Stausee, der große Teile der umliegenden Naturschutzgebiete überflutet hatte, und dessen gewonnene Energie zu 95% für Thailand bestimmt ist. Die Landschaft sah etwas düster und surreal aus, da viele der höchsten Bäume noch immer tot aus dem dunklen Wasser rakten.

Hinter Nakai wechselte der Straßenbelag dann endlich wieder auf Asphalt, was eine angenehme Abwechslung war nach den vielen Kilometern Schlaglöchern, die wir befahren mussten. Wir kamen wieder schneller voran und nach 2 Std. machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Tha Falang Badeplatz, um uns nach den 3 Tagen mit einer Badepause zu belohnen. Die letzen 10 Km nach Tha Khak waren schnell hinter uns gebracht und wenig später fielen wir völlig erschöpft in unsere Betten. Das Geld für die Reparatur bekamen wir nach einer energischen Aufforderung dann auch noch zurück, da es auf keinen Fall unsere Schuld war und sehr viel böser hätte enden können. Am nächsten Morgen machten wir uns schon wieder auf den Weg weiter gen Süden, zu unser vermitlich letzten Station in Laos.

Ban Nakei, Motorbike Loop