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In a Junk through the Halong Bay

März 25

Für uns beide ging es früh am nächsten Morgen dann auch endlich in die Halong Bucht, welche ca. 3 Std. von Ha Noi entfernt liegt. Die Busfahrt war eher öde und unbequem, aber es waren ja nur 3 Std. Am Dschunkenhafen angekommen wurden wir einem anderen Boot und Gruppe zugeteilt, denn wir waren die einzigen aus dem Bus, die eine Tour mit Übernachtung gebucht hatten. Im Hafen der Halong Bucht ging es zu wie eine Kombination aus Containerhafen und Viehmarkt. Nur, das beides durch Menschen ersetzt wurde. Hunderte Besucher kamen hier an und wurden auf die einzelnen Schiffe ihrer Touranbieter verfrachtet, bevor es dann hinaus gen Insel Cat Ba, um die die berühmten Felsformationen gelegen waren, ging. Gleich nach Ankunft auf unserem Boot gab es schon Mittagessen und langsam fuhren wir hinaus Richtung Felslandschaft, die aus tausenden von aus dem Wasser ragenden Karstfelsen bestand. Eine vietnamesische Legende besagt, dass der große Drache, der einst in Ha Noi in den Himmel gestiegen war, hier in der Halong Bucht wieder gen Erde kam, um die Vietnamesen vor einer heran nahenden gegnerischen Seeflotte zu beschützen. Mit seinem Schwanz schlug er so heftig zu, dass die Küste in tausende kleine Stücke zerbrach – die heutzutage zu sehenden Felsen.

So tuckerten wir durch die wunderschöne Felslandschaft, die durch das extrem diesige Wetter sehr geheimnisvoll wirkte. Unser erster Stopp war ein Besuch in einer riesigen Höhle, die leider durch das Wiedertreffen aller Gruppen extrem dicht besiedelt war. Nach einem längerem Rundgang stiegen wir alle in Kajaks und wir beiden sind schön eine halbe Stunde ganz toll durch das scheiß volle Gewässer gepaddelt! =) Danach ging es dann zu unserem Ankerplatz für die Nacht und wir konnten schön auf dem Deck den vorbeiziehenden Felsen nachschauen. Nach dem sehr guten Abendessen ging es ins Bett, denn schon frühmorgens gab es Frühstück – auf jeden Fall für unsere Verhältnisse.

50% der Gäste hatten eine weitere Nacht auf dem Schiff gebucht und wurden nach dem Frühstück mit einem kleineren Boot zu ihren Aktivitäten getuckert, während wir auf unserer Dschunke blieben und wieder gen Halong Hafen fuhren. Auf dem Festland angekommen gab es noch Mittagessen und danach ging es zurück in die Hauptstadt Vietnams, in der wir noch 3 Tage verbrachten bevor es wieder mal weiter ging und nach 6 Monaten auf dem asiatischen Kontinent wurde nun der große Wechsel fällig, der uns in ca. 2 Wochen gen Südamerika bringen sollte.                                                    An dieser Stelle von uns beiden:

Southeast Asia, we love you long time!

Über Hong Kong, wo wir mittlerweile das 3. Mal waren, ging es dann nach Perth.

Ha Noi

März 25

In Hanoi angekommen, dauerte es es etwas bevor wir eine Unterkunft gefunden hatten, denn die Gusthouser wechseln die Besitzer, Namen und Orte wie Gäste kamen und so war der Reiseführer völlig nutzlos. Aber wir wurden schließlich fündig und wohnten erstmal in der schönen Altstadt Hanois.

Anna und Lina sind gleich nach Ankunft in der Hauptstadt zu einem 2 Tages Trip in die Halong Bucht aufgebrochen, den wir uns jedoch noch für später aufgehoben haben.

Am ersten Tag in Hanoi schlenderten wir durch die Altstadt und um den zentral gelegenen Hoan Kiem See, besuchten den kleinen Tempel, der auf einer Insel im See gelegen warund schauten am großen Markt vorbei. Und ja, dieser Stadtteil war wirklich alt, verwinkelt und voll gestopft mit Läden und kleinen Straßenküchen, an denen man auf Hockern und Tischen in Miniaturformat, die für Vietnam typische Nudelsuppe bekommen konnte.

Auch am zweiten Tag ging es weiter durch die vielen Läden und am Nachmittag fanden wir dann noch eine andere von Souvinir: Alte Propaganda-poster, und abends trafen wir uns dann mit Ben, dem es wieder besser ging und den zwei Mädels, die ja schon wieder zurück waren. Für Ben sollte es am nächsten Tag in die Halong Bucht gehen und wir beiden verabredeten uns mit Anna und Lina zum Stadtrundgang, den wir abends mit einem Besuch im Wasserpuppentheater abschlossen, welches ein Erlebnis der etwas anderen Art war. Nachdem wir noch in einem Dachterassen-Restaurant noch eine Kleinigkeit gegessen hatten machten wir aus, dass wir am nächsten Tag das Mausoleum von Ho Chi Minh besuchen wollten.

Um Ho Chi Minhs Leichnam zu sehen mussten ein paar Regeln eingehalten werden. Es durften keine Fotos gemacht werden und jegliche Kameras wurden einem im Voraus abgenommen, Besucher mussten ordentlich gekleidet sein, durften die Hände nicht in die Hosentaschen stecken und keine Kopfbedeckungen tragen. Auch durfte man nicht kichern, lachen oder sonst irgendwie respektlos benehmen. Achja, stehenbleiben durfte man auch nicht und jeder Ecke standen Wachen, die das Einhalten der Regeln genauestens beachteten. Es war schon etwas merkwürdig den großen kommunistischen Anführer der nordvietnamesischen Truppen im Kampf gegen die Amerikaner so daliegen zu sehen. Und tatsächlich war Ho Chi Minh schon vor 40 Jahren gestorben und wollte, laut seinem Testament, eine Feuerbestattung haben, aber nun wird er einmal im Jahr in Moskau neu einbalsamiert und von zehntausenden Besuchern jährlich angeschaut. Wir fragen uns, was er wohl dazu sagen würde, wenn er es noch könnte.

Montag trafen wir uns letzten gemeinsamen Abendessen, denn für alle vier sollte es am Dienstag zurück nach Deutschland bzw. Australien gehen. Also gab es einen großen Abschied und mit Ben, der in der Nähe von Perth wohnt, verabredeten wir uns für die Zeit in Australien.

DMZ

März 25

In Hue angekommen, ging es schnell zu unserer Unterkunft und da es schon Abend war, war nicht mehr so viel anzustellen. Am nächsten Tag ging es dann in die alte Kaiserstadt, welche noch ganz gut erhalten schien und schon am frühen Abend trafen wir wieder auf Ben, Anna und Lina, die mit dem Zug nach gefahren waren. Nachdem wir mit Ben abendessen waren, trafen wir uns auf einem unserer Balkone, tranken eine Flasche Wein und spielten Karten. Am nächsten Tag sollte es für uns alle mit einem gemietetem Auto plus Fahrer in die damalige demilitarisierte Zone (kurz DMZ) gehen, wo wir uns den ganzen Tag verschiedene Relikte aus dem Krieg angucken wollten.

Die DMZ war das Stück Land, in dem Nord- und Südvietnam am 17. Breitengrad im Krieg geteilt wurde und war einige Kilometer breit. Diese Zone durfte nicht Ort von Truppenbewegungen sowie Militärbasen sein, um ein Front an Front Krieg zu vermeiden. Paradoxerweise war die DMZ nach dem Krieg eines der schwerstbombardierten Stücke Land der Welt. Unsere erste Station waren Vinh Moc Tunnel, ein System von Tunneln, die dem Viet Cong als Zufluchtsort, Operationsbasis und versteckte Fortbewegungsrouten diente. Auch mehrere umliegende Dorfgemeinden fanden hier vor dem schweren Bombardement und Artillerieregen der Amerikaner Zuflucht. Das Tunnelsystem von Vinh Moc waren 2,8 Km lang und waren in 3 Etagen angelegt, welche bis zu 30 m unter der Erde verliefen. Mehrere Eingänge führten ins Innere dieses Labyrinths.

Wir stiegen also ins Erdreich hinab um auf eigene Faust die Tunnel zu erkunden. Nach nur wenigen Metern hatte man schon fast die Orientierung verloren und folgte nur noch den Verlauf der Gänge, wobei wir darauf Acht gaben nicht zu oft abzubiegen, um im Notfall wieder zurückfinden zu können. Nach geschätzten 5 Km Kriechen, Krabbeln, Treppen hoch und runter erreichten wir endlich den 1. von 10 weiteren Eingängen, die heute noch verfügbar waren. Der Eingang lag in einer Steilküste nur wenige Km vom Meer entfernt. Nachdem wir wieder in die Tunnel zurück gekehrt waren und eine Ebene Tiefer nur noch auf Matsch und von der Decke tropfendes Wasser stießen, beschlossen Lina, Anna und ich an der Oberfläche zurück zu unserem Ausgangspunkt zu laufen, während Ben und die andere Anna einen anderen Ausgang finden wollten. Es war gar nicht so leicht über der Erde die richtige Richtung zu finden, wenn man den Hinweg unter der Erde zurück gelegt hatte. Doch wir fanden den Weg schließlich zurück und trafen uns kurze Zeit später wieder mit Anna und Ben, die unter der Erde noch auf Räume für eine Krankenstube und eine Kommandozentrale gestoßen waren. Wir wussten zwar, dass die Vietnamesen im Krieg beachtsame Willensstärke bewiesen hatten, aber mehrere Jahre in solchen Tunneln ausharren müssen, das möchten wir keinem gönnen.

Nach den Tunneln besuchten wir noch eine Brücke, die den damaligen Grenzfluss überspannte und mehrere male Komplett zerstört wurde, Camp Carrol, einen von vielen Militärbasen um die DMZ herum, von dem allerdings nichts mehr übrig war als die rostigen Überreste eines Panzers. Die letzte Station der Tagestour war die einstiege Marinebase Khe Sanh in den Bergen nicht weit von der laotischen Grenze. Der Stützpunkt war die Heimat von bis zu 6000 Marines, er hatte ein eigenes Flugfeld und wurde von mehreren Stützpunkten mit schwerer Artillerie, den sogenannten „Firebases“ unterstützt. Übriggeblieben war das Flugfeld, einige Sandsackbunker, die nachgebaut worden waren und einige Kriegsvehikel die hier und da herumstanden. Danach den traten wir die Rückfahrt an und 2 Std. später befanden wir uns wieder in Hue. Abends gab es noch ein gemeinsames Abendessen und sind danach müden in die Betten gekrabbelt.

Am nächsten Tag sollte es für uns alle nach Ha Noi gehen. Ben, der gesundheitlichen Gründen schon früh am Morgen in die Hauptstadt geflogen war, sollte dort auf uns warten. Wir anderen 4 hatten uns Tickets für den Übernachtbus gebucht, um die 12 Std. Fahrt hinter uns zu bringen. Am Nachmittag starteten wir dann zu dem letzten großen Teilstück unsere Reise gen Norden. Die Busfahrt verlief ohne große Probleme, aber auf den Liegen im Bus wollte sich nicht richtig Gemütlichkeit einstellen. 12 Std. später kamen wir im früh morgendlichen und verregneten Ha Noi an.