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Sydney

März 31

Mit dem Flug nach Sydney wurde uns erst ganz bewusst wie riesig Australien eigentlich war. Der Flug von Perth betrug 4 Std. und wenn wir daran dachten wo man überall hinkäme bei einer solchen Flugzeit in Europa, war das schon ganz enorm. Wir kamen abends in Sydney an, doch mussten wir noch 2 Std. auf unseren Airport Pick-Up warten, der uns zu unserem schon gebuchten Hostel bringen sollte. Anscheinend war der Verkehr schuld, doch vom Flughafen bis zum Hostel dauerte es nur eine halbe Stunde. Das Hostel war ein altes Gebäude im Viertel Kings Cross und wir belegten zwei Betten im 4Bettzimmer.

Am Dienstag erkundeten wir ein wenig die Stadt. Da Australien schon in den wenigen Tagen fast so viel kostete wie ein ganzer Monat in Asien, wollten wir kein teures Tagesprogramm und so guckten wir uns die Harbourbridge und Opera House vom Hafen aus an und schlenderten mehr herum als effektiv zu sein. Aber Sydney war auch nur eine ganz normale Großstadt die uns noch nicht mal wirklich gefiel. Wir waren froh nicht länger hier bleiben zu müssen. Am nächsten Tag machten wir auch nicht viel mehr. Abends kochten wir uns etwas in der Küche und packten schon mal unsere Sachen, denn da unser Flug nach Auckland um 6:00 Uhr morgens ging, mussten wir schon um 3:00 Uhr nachts uns gen Flughafen machen. In Auckland hatten wir dann 6 Std. Aufenthalt, bevor wir in knappen 11 Std. den Pazifik überquerten. Der Flug verging mal wieder ohne Probleme, aber 11 Std. im Flugzeug sitzen zu müssen, ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. So gingen auch 2 ereignislose und eher langweilige Tage in Sydney zu Ende. Australien war schön gewesen, doch es erinnerte zu doll an Europa um wirklich spannend zu sein und mittlerweile kann ja jeder 2. von sich sagen schon mal in Australien gewesen zu sein.

Perth and Surroundings

März 31

Unsere Flugroute nach Australien ging von Ha Noi über Hong Kong nach Perth an Australiens Westküste. In Hong Kong hatten wir leider noch ca. 12 Std. Aufenthalt und da wir uns das Geld und die Mühe sparen wollten uns noch spät Abends nach Kowloon oder Hong Kong Island zu begeben, beschlossen wir im Flughafen zu nächtigen. Das erwies sich natürlich als nicht so bequem, aber andererseits bekam man schon die Nacht herum. Tatsächlich waren wir lange nicht die einzigen die sich für eine solche Möglichkeit entschieden hatten. Anna konnte sehr viel besser schlafen, aber ein paar Stunden schaffte ich es auch. Sonntag Nachmittag war dann endlich Check-In für unseren 8-stündigen Flug nach Perth, wo wir, nachdem wir die eher lästig strengen Einfuhrkontrollen passiert hatten, spät abends von Gitte und Nadia abgeholt wurden. Zusammen mit dem einzigen Mann im Haus, Oisin, Nadias kleinerem Bruder, wohnten die beiden etwas außerhalb von Perth in den Bergen. Da wir auch nicht wirklich im Flugzeug geschlafen hatten, waren wir froh, nach den ersten Erzählungen endlich ins Bett fallen zu können. Am nächsten Tag war ein Feiertag und Gitte und Nadia hatten frei und nahmen uns auf einen kleinen Ausflug nach Hillary`s mit, einem Strandort nördlich von Perth, der jedoch brechend voll war und nach einer so langen Zeit weit weg vom westlichen Luxus kam es einen doch schon komisch vor in diesen zurückzukehren.

Am 2. und 3. Tag fuhren wir beiden mit dem Nahverkehrszug in Zentrum von Perth um uns die Stadt anzuschauen. Wir besuchten die große Parkanlage Kings Park von dem man einen gute Aussicht auf die Skyline von Perth und auf den Swan River, der durch Perth zum Ozean hin floss, hatte. Auch das WA-Museum (kurz für Westaustralien) schauten wir uns an und natürlich besuchten wir die vielen Surfshops und Läden der Innenstadt um ein wenig einkaufen zu gehen.

Am Donnerstag feierten wir Annas 20. Geburtstag. Wir machten uns leckeres Frühstück, welches wir einen Tag zuvor im riesigen Supermarkt eingekauft hatten. Dann wurde Anna reichlich beschenkt, so reichlich, dass sie nicht mehr ganz wusste, wie sie alle Sachen in ihren Rucksack kriegen sollte. Später am Nachmittag backte sie Torte und Kuchen für die Geburtstag-Kaffeerunde, die sehr sehr gut geschmeckt haben. Wir machten uns einen ruhigen Tag, bevor es abends dann in ein skurriles deutsches Restaurant zum Essen ging. Das Restaurant hieß Café Müller und wurde von einem schwulen Pärchen geführt. Es gab keine Speisekarte, da für alle Gäste das Gleiche gekocht wurde und was es sein würde, wusste man vorher nicht – außer, dass es deutsche Küche war.

Das wirklich Skurrile war jedoch das Mobiliar und die Dekoration einem Stil zwischen Flohmarkt und Trödel-laden glich. Kein Möbelstück passte zusammen. Es gab unterschiedliche Tische und von einfachen Hocker bis zum Ohrensessel war alles vertreten. Dazu kam, dass jede Wand mit hunderten alten Bildern und Fotos behängt war und in den Ecken standen lauter Antiquitäten aus den letzten 2 Jahrhunderten. Unsere Runde war inzwischen durch Nadias Freund und 2 Nachbarn angewachsen, sodass wir eine richtige deutsch-australische Gesellschaft waren. Als Vorspeise gab es eine deftige Fleischsuppe, die von dem obligatorischen Wiener Schnitzel und bayrischem Kartoffelsalat gefolgt wurde. Und es hat fantastisch geschmeckt. Die deutsche Küche ist eben doch eine der besten =) Und das Abendessen war ein guter Abschluss für Annas Geburtstag.

Am Freitag legten wir einen entspannten Tag ein und kümmerten uns nur um den Transport nach Bunbury am nächsten Abend. Dort wollten wir Ben treffen, den er hatte uns vorgeschlagen mit ihm eine Nacht campen zu gehen und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

So fuhren wir Samstagmorgen mit dem Zug 2 Std. runter nach Bunbury, wo uns Ben vom Bahnhof abholte und uns erst mal mit zu ihm nahm. Wir bepackten sein Auto mit Zelt, Surfbrettern und sonstiger Campingausüstung und machten uns dann auf den Weg nach Magrete River, welches nochmals 1 ½ Autostunden südlich von Bunbury lag. Auf dem Weg sahen wir dann unsere ersten Kängurus in freier Wildbahn, die wirklich so zahlreich in Australien vorkommen, dass sie oft eine Gefahr für Autofahrer werden, insbesondere um Sonnenauf- und -untergang.

Nahe des kleinen Küstenortes Dunsborough machten wir eine Stunde halt um Surfen zu gehen, welches anhand Bens fortgeschrittener Boards nicht wirklich klappte, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Nachdem wir noch in Dunsborough Abendessen und für das Frühstück eingekauft hatten, ging es dann runter zu unserem Übernachtungsplatz, an einem beliebten Surfspot von Ben.

Da wir keine Lust hatten die Übernachtungsgebühren vom nahegelegenen Naturcampingplatz zu bezahlen, fuhren wir mit dem Auto direkt zum Strand runter. Fahren war allerdings der falsche Ausdruck, denn die letzten Kilometer gen Surfspot gab es nur noch einen Offroad-weg, der in einem so miserablen Zustand war, dass sogar Bens 4×4 Fahrzeug Probleme hatte gen Strand zu kommen. Und so kämpften wir uns über Steine, Felsen, Schlaglöcher und extrem tiefe Erdwellen bis zu einem kleinen Parkplatz, wo wir das Zelt aufstellten und ein Feuer machten.

Nun hatten wir schon 3 australische Gesetze gebrochen, denn es war verboten wild zu zelten, es war verboten Feuer zu machen und es war verboten in der Öffentlichkeit zu trinken ! Doch wir waren so weit ab vom Schuss, dass dies Niemanden zu stören schien.

Zum Abendessen gab es Bratwürstchen, Känguru Steak, Kräuterbaguette und Toast mit verschiedenen Saucen. Und ja, was sollen wir sagen….das Känguru hat echt gut geschmeckt und wir können es nur jedem mal empfehlen !

Beim Zubereiten des Abendessens gab es dann noch eine abenteuerliche Begegnung mit kleinen Skorpionen, die von der Wärme des Feuers angelockt wurden und Ben erzählte uns, dass der Stich dieser kleinen Skorpione so unangenehm sei, wie der Stich einer Biene.

Wir sind schon relativ früh schlafen gegangen, denn Ben wollte schon sehr früh hoch, um surfen zu gehen, bevor die Horden anderer Surfer kamen.Und tatsächlich, am nächsten Morgen wurden Anna und ich um 6:30 Uhr von den ersten heranrollenden Geländewagen geweckt und so standen wir auf und guckten den Surfern zu.

Nachdem Ben später wieder zu uns stieß, frühstückten wir und fuhren wir zur nächsten wirklich abenteuerlichen Sache. Und zwar in die Hamellin Bay, in der riesige Stachelrochen durch die Fischabfälle der lokalen Fischer bis an den Strand geschwommen kamen. Stachelrochen sind wirklich respekteinflößende Tiere, vor allem bei einer Größe von 1 m² und der Tatsache, dass der Stich weit aus heftiger ist als ein Bienenstich und man schleunigst ins Krankenhaus sollte, wenn man in den Genuss seines Stachels kommen sollte. Ben zeigte uns sogar, wie man diese Rochen streicheln konnte, denn sie waren mittlerweile an Menschen gewöhnt, doch aufpassen musste man dennoch und ein Nervenkitzel war auch dabei.

Nachdem wir den Strand wieder verlassen hatten, ging es wieder gen Norden zu 2 der berühmtesten Surfspots Australiens und somit auch weltweit. Die Wellen waren gigantisch und es schienen echt gute zu sein, denn es waren viele Surfer mehr als 200m draußen vor der Küste und warteten auf die großen Wellen, die dort über dem Riff brachen. Auch wir gingen surfen, aber natürlich einen Surfspot daneben am Strand und mittlerweile war es wieder richtig heiß geworden. Dies war unser letzter richtiger Stopp, bevor es wieder nach Bunbury gehen sollte. Allerdings hielten wir auf dem Rückweg noch an einer Schokoladenfabrik und einer deutschen Brauerei.

Am Bahnhof in Bunbury angekommen, verabschiedeten wir uns ganz herzlich von Ben und bedankten wir uns für den kurzen Trip voll von abenteuerlichen Erlebnissen und in zwei Stunden Fahrt ging es zurück nach Perth. Circa um 20 Uhr sind wir mit dem Bus angekommen und kurze Zeit später waren wir wieder bei Gitte, Nadia und Oisin. Leider war es dann auch schon an der Zeit unsere sieben Sachen zu packen, denn am Montag ging es für uns auch schon weiter nach Sydney. Dort sollten wir für drei Nächte bleiben, bevor es das 3. Mal auf einen weiteren Kontinent ging.

So verabschiedeten wir uns von unserer fast schon Gastfamilie und weiter ging´s !