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Peru // Travelled the northern highlands and scratched the amazon basin

Juni 12

Nach Lima ging es 12 Std. die Küste hoch. Denn von Chiclayo aus wollten wir die lange Reise gen Amazonas starten, welche uns durch das nördliche Hochland führen sollte bevor die letzten Andenausläufer in das Amazonasbecken hin abfallen. In Chiclayo, eine Stadt mitten in einer Wüstenlandschaft. Hier blieben wir 2 Nächte, besuchten den großen Markt und dann ging es in unser ersten Etappe in Richtung Cajamarca, einer kleineren Stadt auf knapp 2500 m in den Anden gelegen. Hier verbrachten wir nur eine kurze Nacht und besuchten am nächsten Morgen die Thermalquellen die etwas außerhalb des Städtchen lagen. Auf dem Weg zu den Quellen erfuhren wir auch noch wie das lokale Bussystem funktionieren kann. Denn der Betreiber unserer Unterkunft, hinderte uns daran ein Taxi zu nehmen und steckte uns im nächsten Moment in einen schon überfüllten Minibus, in dem wir zusammengequetscht bis zu den Quellen fuhren. Man versuche sich mal in einem solchen aufzuhalten, wenn alle Sitzplätze belegt sind. Wir können versichern, dass es auf keine Fall bequem zu geht. Um die Mittagszeit herum ging schon unser nächster Bus gen Celendin, einer noch kleineren Siedlung in den Anden, die hier nicht mehr ganz so hoch waren wie in den südlicheren Gebieten die wir bereist hatten.

In Celendin waren wir gezwungen etwas länger als geplant zu bleiben denn Anna hatte sich eine Magen-Darm Verstimmung eingefangen und konnte 3 Tage auf jeden Fall keine 10 Std. Busfahrt über Bergstraßen hinter sich bringen.

Doch nach den 3 Tagen konnte es dann endlich weiter gehen und in besagter Zeit brachte uns der kleine lokale Bus durch Flusstäler und über Berggipfel nach Chachapoyas. Für den nächsten Tag machten wir eine Tour zur großen Pre-Inka Bergfestung Kuelap mit, die etwa 3 Autostunden von Chachapoyas entfernt liegt. Es ist die größte Ruine dieser Epoche in ganz Südamerika, aber wird noch eher selten von Reisenden besucht, welche sich nicht gerade in Scharen in den Norden Perus begeben. Die Landschaft die das Fort umgab war eine Mischung aus Dschungel und Bergen, die von niedrig hängenden Wolken umhüllt wurden. Es muss damals ein gewaltiger Anblick gewesen sein, denn das Fort besaß eine Bevölkerung von schätzungsweise 3000 Einwohnern und wurde von unzähligen Soldaten und Festungsmauern bis 12 m Höhe gegen feindliche Angriffe geschützt. Manche Stimmen besagen, dass hier mehr Steine verbaut wurden als in den großen Pyramiden Ägyptens zusammen. Aber wir wollen darauf hinweisen, dass dies nur ein Gerücht ist.

Unser nächster Stopp war Tarapoto, welches schon fast im Amazonasbecken gelegen war. Wir fuhren von Chachapoyas mit dem „colectivo“, einer Art privatem Transport, welcher uns mit einer gefühlten Durchschnittsgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern in den Ort Pedro Ruiz brachten, wo wir auf den nächsten Bus gen Osten warteten. Von hier aus waren es noch 6 Std. nach Tarapoto von dem wir am nächsten Tag gen Yurimaguas aufbrachen. Yurimaguas ist der letzte Ort der per Straße erreicht werden kann, bevor der schier endlose Dschungel des Amazonasbeckens sich bis zur Atlantikküste erstreckt. Hier waren wir nun endgültig im Amazonasgebiet angekommen und die Temperaturen waren wieder ins tropische angestiegen. Leider war hier auch Endstation für uns, denn wie wir leider bemerkt hatten, lief uns die Zeit davon und wir hätten es nicht mehr geschafft bis zum Amazonas zu kommen, welches eine 3+ Tages Bootstour voraussetzte. Nur zu gerne wären wir auf die im Fluss liegenden Frachtkähne gestiegen und wären gen Iquitos, der größten Stadt der Welt die nicht per Straße erreicht werden kann, gefahren.

Aber so ging es nach 2 Tagen Yurimaguas wieder gen Küste und um Zeit gut zu machen scherten wir uns nicht um lange Aufenthalte und setzten unserem Reisemarathon der letzten Zeit noch einen darauf. So schafften wir es in knappen 60 Stunden bis zur Küste Zentralecuadors zu reisen. Um dies zu vereinfachen, hier einfach unsere Schritten in Kurzform.

2 ½ Std. Yurimaguas – Tarapoto (2 Std. Aufenthalt)

14 Std. Tarapoto – Chiclayo (5 Std. Aufenthalt)

8 Std. Chiclayo – Tumbes (12 Std. Aufenthalt)

6 Std. Tumbes – Guayaquil, Ecuador (½ Std. Aufenthalt)

3 Std. Guayaquil – Montanita!

Nach diesem Kraftakt haben wir noch 10 Tage in Ecuador zu verbringen, bevor unsere Reise uns aus Südamerika forttragen wird.

From Cuzco to Lima

Juni 11

Unser nächster Halt war das 9 – 10 Std. entfernte Cuzco. Die einstige Inka Hauptstadt und Ausgangspunkt für die Ruinen von Machu Picchu war natürlich ein ganz schön touristisches Flecken Erde. Aber idyllisch war es trotzdem mit den kleinen kopfsteingepflasterten Gassen, den alten Gebäuden und den vielen kleinen Plätzen umringt von altertümlichen Kirchen. Aber unser Aufenthalt wurde auch von der ernüchternden Wahrheit getroffen, dass die Machu Picchu Anlagen so unglaublich kommerziell ausgeschlachtet wurde, dass wir uns die Ruinen nicht leisten wollten Das größte Übel ist, dass es Ausländern unter Strafe verboten ist die lokalen Transportmittel, wie den lokalen Zug, in Richtung Ruinen zu nehmen. Man wird also gezwungen das Monopol von PeruRail zu benutzen und wird sogar bestraft wenn man es umgehen will. Mittlerweile kann man nicht mal mehr die Strecke zum MP wandern, da die Hauptstrecke, der sogenannte Inka Trail, nur noch mit offiziellen Guides und Organisationen benutzt werden darf und die 4 Tages Wanderung um die 400 $ kostet. Dieser ganzen Geldmacherei – es ist ja in Ordnung ein hohen Eintrittspreis für die selbige Sehenswürdigkeit zu verlangen, aber schon bei der Anfahrt anfangen den Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen und das mit so einer Dreistigkeit – wollten wir nicht auch noch beisteuern und fuhren so am nächsten Tag mit dem Bus nach Lima.

Doch wiedermal kam es etwas anders als geplant, denn wir hatten die Rechnung ohne die streikfreudigen Peruanern gemacht und so ging nach 18 Std. Fahrt wieder mal nicht auf der Straße. Der Grund war, dass die Baumwollbauern aufgrund massiver Preis-einstürze und von der Regierung verweigerten Subventionen den Panamerican Highway, der die südamerikanische Westküste entlang führt blockiert hatten. Das geschah 3 Std. vor Lima und letztendlich kamen wir 48 Std. nach dem Verlassen von Cuzco am Abend in Lima, der Hauptstadt und mit 8 Millionen Einwohnern der größten Stadt Perus an.

Vom vielen Warten und der zusätzlichen Nacht im Bus gibt es nicht viel zu erzählen genauso wie von Lima, außer, dass wir beide uns ein Tattoo in Lima stechen lassen haben gibt es von dort auch nicht zu erzählen. Zu Bemerken gibt es noch das superkleine familiäre Guesthouse in dem wir unterkamen. Es gab Platz für 8 Gäste und war eher eine Wohnung als ein Guesthouse. Es gab ein komplett eingerichtetes Wohnzimmer als Aufenthaltsbereich und eine Küche. Die Zeit die wir hier verbrachten war auch Muni aus Hong Kong da und ab und zu kamen anderen Gäste dazu und verschwanden dann wieder. Muni musste hier auf eine Freundin warten und war die meiste Zeit am Computer anzutreffen. Wir machten uns schon fast sorgen wenn dieser mal unbesetzt war.

Dann ging es die Küste hoch, weiter gen Norden.

The first Stops in a new Country

Mai 30

Puno ist ca. 4 Std. Fahrzeit von Copacabana entfernt doch liegt es immer noch am Titicaca See, wo einen die Ausmaße der Wasserfläche so richtig bewusst wird. In der Stadt gab es nichts Besonderes, wird aber von den meisten als Absprungort für Touren zu den peruanischen Inseln im See genutzt. Was aber sofort auffiel, war der Luxus der hier im Vergleich zu Bolivien, dem ärmsten Land Süd Amerikas herrschte. Aber Luxus ist eigentlich der falsche Ausdruck, denn es gab nur mal wieder normale Modeläden und Apotheken, aber auch die Restaurants sahen schon teurer aus. Das alleine war schon ein großer Unterschied. In Puno blieben wir nicht lange und unternahmen, außer im Marktgebäude zusammen mit den Einheimischen zu essen, nichts größeres.

Unsere erste Station im Landesinneren war Arequipa oder wie weiße Stadt – la blanca ciudad – genannt. Den zusätzlichen Namen hat Arequipa durch die aus hellem Vulkangestein erbaute Altstadt bekommen. Ansonsten könnte man die Stadt auch noch Stadt der Vulkane nennen, da drei große Vulkane um das Tal herum aufragten. Von hier aus wollten wir eine Tour in die anliegenden Canyons unternehmen, von denen einer sogar der tiefste der Welt ist, es darüber aber anscheinend keine allgemeine Übereinkunft gibt. So buchten wir eine 3-Tagestour in das Canyon durchzogene Gebiet, die schon am nächsten Tag losgehen sollte. Eigentlich war der Preis der Tour zu hoch für unseren Geschmack, aber wie wir schnell herausfanden, war alles sein Geld wert, zumal wir noch eine 10 € Ermäßigung bekamen.

Am nächsten Morgen wurden wir von unserem Hostel abgeholt und bis zum Mittag waren wir in der Colca Canyon Region angekommen, wo es erst mal ein großes Mittagsbuffet gab, an dem wir viel zu viel aßen. Danach sollte es dann mit dem Auto in den selbigen Canyon gehen, doch kaum hinter Chivay, dem Hauptort der Colca Region, wurde gerade ein Fest abgehalten. Viele bunte Trachten wurden getragen, das Gelände war geschmückt und Kapellenmusik schallte über die Versammlung. Natürlich war das kein geplanter Stopp, doch unser Guide Roosevelt war der Meinung, dass das eine gute Möglichkeit sei die Menschen der Region ein wenig kennenzulernen. Es waren ungefähr 300 – 500 Menschen versammelt, die sich mit Essen, Trinken, Tanzen und Gesprächen die Zeit mit zum traditionellen Stierkampf vertrieben. Dieses Spektakel wollten uns sicherlich nicht entgehen lassen und, das die Bullen nur geärgert und nicht verletzt wurden, machte es noch besser. Der Bulle wurde in einem ummauerten Feld freigelassen und jeder der wollte durfte in die Arena steigen. Dazu waren durch deren hohen Alkoholkonsum ziemlich viele Männer bereit, was zur Belustigung der Anwesenden mit beitrug. Als der Bulle nach der ersten Runde zurück in den Viehtransporter gelockt worden war mussten wir das Vergnügen leider verlassen, weil wir noch ein gutes Stück Fahrt bewältigen mussten. Es ging also weiter gen Canyon und bald hatten wir das Colca Tal hinter uns gelassen und in den selbigen Canyon gekommen, der vielleicht nicht der tiefste der Welt ist aber es ging schon verdammt tief nach unten. Gen Sonnenuntergang kamen wir am Cruz del Condor an, dem Aussichtspunkt für die Andenkondore die es hier in der bergigen Umgebung gab. Und tatsächlich sahen wir auch gleich einen der ruhig zwischen den beiden Felswänden seine Kreise zog. Unser erstes Übernachtungsort war Cabanaconde der Hauptort des Canyons. Von hier aus ging es am nächsten Tag in 3 Std. auf den Grund des Canyons, wo wir die 2. Nacht verbringen sollten.

Der Abstieg erwies sich als sehr steil und steinig. Der Pfad schlängelte sich am Berghang hinab und nach 3 Std. konstant bergab waren unsere Beine dementsprechend müde. Unten angekommen erwarteten uns mehrere kleine Unterkünfte die in einer Oase, in der sonst sehr kargen Landschaft, gelegen waren. Zu unserem Wohlbefinden gab es Hängematten und einen Pool, welcher nach dem Abstieg sehr erfrischend war. Dies war definitiv ein Ort an dem man hätte länger bleiben können, doch mussten wir am folgenden Tag die Bergwand wieder empor steigen. Das wollten wir uns eigentlich nicht vorstellen, denn die 1400 Höhenmeter Abstieg waren schon anstrengend genug, aber den Berg wieder hoch würde bestimmt zur Quälerei werden. Es gab für die geplanten 3 Std. Aufstieg keine einziges Stück Pfad das nicht bergauf führte und so waren wir der Meinung keinesfalls in der angegebenen Zeit bewältigen zu können. Abends bekam Anna dann auch noch Kopfschmerzen die auch am nächsten Morgen noch nicht weg waren. Auch ohne Kopfschmerzen wäre der Weg zurück schon schwer genug und so trafen wir die einzige vernünftige Entscheidung:

Anna und zwei andere aus unserer Gruppe nahmen den Maultier-Express, welche alle drei ohne größere Anstrengungen in der Hälfte der Zeit nach Cabanaconde bringen würde. Da Maultiere noch viel bessere Wanderer und Kletterer als Menschen sind, war der Bergpfad wie gemacht für diese Transportart. Wir anderen stellten uns dem Schicksal und um 6 Uhr morgens war Aufbruch. Tatsächlich war der größte Teil des Aufstiegs gar nicht so schwer. Mit dem Plan eine halbe Stunde und dann 5 min. Pause ging es zügig voran und man hatte schnell seinen Rhythmus gefunden. Als es dann zum letzten Viertel kam, wurde es jedoch immer schwieriger – vielleicht auch wegen der Höhe, die man nun erreicht hatte, knappe 3000 m. Nach 2 Std. und 45 Min. kam ich oben an wo alle anderen schon warteten und zusammen ging es das letzte Stück nach Cabanaconde zurück wo wir auch wieder auf unsere Maultierhelden trafen. Anna hatte sich während des Ritts sehr mit ihrem Muli angefreundet und hätte es auch sehr gerne mit auf die weitere Reise genommen, nur leider war in unserem Bus nicht mehr genug Platz und es wäre bestimmt schwierig gewesen dem Besitzer dieses wertvolle Transporttier abzukaufen.

Nach dem wir alle im Bus verstaut waren, ging es wieder in Richtung Chivay. Kurz bevor es zum Mittagessen ging machten wir noch einen einstündigen Aufenthalt in heißen Thermalquellen, was unseren Beinen sehr zugute kam und das anschließende reichhaltige Buffet unseren Mägen. Die anschließende Rückfahrt war nur ein müdes Dasein und als wir wieder ein Arequipa angelangt waren ging es sehr schnell ins Bett.