Ride To Life Riding the World

Island Hopping: The Second Hop

Oktober 28

Am Dienstagmorgen ging es gleich nach dem Frühstück mit der Fähre nach Krabi, der nächstgrößeren Stadt auf dem Festland. Die nächste Etappe nach Surat Thani bestritten wir in 2 1/2 Std. mit dem Bus. Auch hier könnte des Unterschied zwischen den nepalesischen Fortbewegungsmitteln und denen hier nicht größer sein. Selbst für die kurze Busfahrt bekamen wir einen klimatisierten Reisebus, der nur Ausländer transportierte. In Nepal hatten wir sowas nicht mal für eine Strecke von 8-10 Std. bekommen. Was uns hier in Thailand sofort aufgefallen ist, sind die vielen Thailänder, die einem versuchen immer irgendwo etwas aufzuschwatzen. Selbst auf den Fähr- und Busfahrten wird man schon gefragt ob man schon eine Unterkunft für den Zielort hat und wenn nicht, hat der freundliche Thailänder zufällig tausend Flyer und Prospekte mit unschlagbaren Hotelangeboten dabei. Wir haben es bisher jedoch immer geschafft diese abzuwimmeln, auch ohne große Ideen für unsere nächste Unterkunft. Was uns auch immer wieder clever erschien, waren die Stops von den Bussen, zum Umsteigen oder Ticket bestätigenlassen in den Büros der privaten Transportgesellschaften, die immer in einer Kombination mit einem Restaurant lange. Bei einer Wartezeit von 30 – 45 Min. und 20 – 40 Passagieren, sind hier leicht ein paar extra Baht verdient. Nach so einem Stop in Surat Thani ging in ca. einer Stunden nach Dhoka wo der Pier lag. Hier hieß es wieder von Bus auf Fähre umsteigen und in 1 1/2 Std. ging es dann nach Ko Samui.

Es war mittlerweile 17:30 Uhr als wir in Na Thon ankamen. Schnell hatten wir das richtige Sammeltaxi gefunden es konnte los gehen. Sammeltaxen sind hier in Thailand umgebauten Pick-Ups mit 2 Bänken auf jeder Seite der Überdachten Ladefläche. Das Gepäck fährt kostenlos auf dem Dach mit. Mit 10 anderen ging es dann gen Zielort. Wir waren die ersten die abgesetzt wurden, doch wir merkten schnell, dass wir irgendwie falsch waren oder der Taxifahrer uns falsch verstanden hatte. Auf jeden Fall fanden wir die gesuchten Bungalows nicht, die laute dem Taxifahrer am Strand liegen sollten. Alles was wir hier fanden waren viele private Bungalows, Häuschen, ein viel zu teures Resort und hier und da ein Restaurant. Mittlerweile war es dann auch Stockdunkel geworden, als ein freundlicher Restaurantbesitzer uns, auf die Frage nach günstigen Bungalows, wieder in die Richtung zurück schickte aus der wir, schon jetzt nassgeschwitzt, gekommen waren. Also ging es die 2-3 Km am Strand wieder zurück. Aber es gab immer noch kein Zeichen von irgendwelchen Bungalows, die man nicht gleich über einen Immobilienmarkler kaufen musste. Da keiner irgendwas wusster, fanden wir uns dann doch ein Zimmer in dem wir übernachten konnten. Leider eigentlich viel zu teuer für uns, aber wir hatten auch mittlerweile kein Bock mehr irgendetwas günstigeres zu suchen. Als wir dann unsere Sachen ausgepackt hatten, merkten wir schnell, dass etwas mit den Rucksäcken nicht stimmte. Die Sachen lagen nicht mehr wie wir sie gepackt hatten. Wir wussten zwar, dass es hier oft vorkommt, dass die großen Taschen unten im Reisbus durchsucht und Wertgegestände entwendet werden. Aber wir hatten uns natürlich nicht träumen lassen, dass uns das schon auf der ersten Bustour passieren würde. Das wirklich arschlochhafte dabei ist, dass dies während der Fahrt geschieht und die Diebe so zwangsläufig zu mindest mit dem Busfahrer oder einem anderen Teil der Buscrew zusammen arbeiten müssen. Denn bei allen Stops hatten wir unsere großen Rucksäcke bekommen. Wie wir denn bemerkten, fehlten uns eins unserer Reise-Ranz-Handys und Lasses Kopflampe. Was noch verkraftbar war. Dennoch raten wir allen, die in Thailand mal mit dem Bus unterwegs sein sollten, sämtliche Elektroartikel und natürlich auch alle anderen Wertgegenstände bei sich im Bus zu haben, denn wie es scheint, klauen die Diebe sogar elektronische Zahnbürsten und Rasieren.

Am nächsten Tag ging es dann per Sammeltaxi in den nächsten Ort Ban Tai in den wir eigentlich  schon am Tag zuvor sein wollten. Nach kurzen Erkundigen wussten wir, dass es die gesuchten Bungalows nicht mehr gab, aber eine nette Thailänderin zeigte uns den Weg zu einen paar Bungalows am gleichen Strand. Unser Bungalow stand wenige 5 m vom Wasser entfent und direkt unter ein paar Kokospalmen. Hier blieben wir die nächsten Tage und ließen es uns gut gehen, bevor wir wieder die Insel wechselten.

Island Hopping: The First Hop

Oktober 28

Am Montagabend um 23:00 Uhr sollte unser Flieger uns dann nach Hong Kong bringen mit direktem Anschlussflug nach Phuket in Thailand. So sah der Plan bis 23:00 Uhr auch aus. Als uns dann ein freundlicher Flughafenmitarbeiter mitteilte, dass die Maschine mit technischen Problemen noch immer in Dhaka stehe, wusste wir schon, dass wir den Anschlussflug aus Hong Kong nicht mehr schaffen würden. Denn von Dhaka nach Kathmandu sind es 2 Std. Flugzeit und der zweite Flieger ging 2 Std. nach Ankunft in Kong Kong. Aus dem “DELAYED” auf dem kleinen Infomonitor, wurde dann nach ca. 1 Std. ein rotes “CANCELLED”. Da standen wir nun zusammen mit den vielen anderen Fluggästen ratlos um Mitternacht am Flughafen. Der Flug würde frühestens morgen wieder gehen, sagte man uns. Nachdem wir 2-3 Std. zuvor offiziel aus Nepal ausgereist waren, mussten wir nun schon das 2. Mal nach Nepal “einreisen”. Dank Dragon-Air wurden wir schnell in Busse verladen und ins “Crowne Plaza” Businesshotel verfrachtet. Das Hotel machte schon auf den ersten Blick den Eindruck zur oberen Preisklasse zu gehören. Unser Zimmer bestätigte diesen Eindruck. Mit großem Fernseher, riesigem Doppelbett und allem Schnick-Schnack wirkte es doch ziemlich exklusiv. Uns störte dies nicht sonderlich, denn wir konnten zumindest diese Nacht auf Kosten von Dragon-Air schlafen. Da unsere Rucksäcke aus sicherheitstechnischen und logistischen Gründen am Flughafen verwart wurden, standen wir nun mit unseren schäbigen Klamotten inmitten von irgendwelchen Geschäftsleuten mit Anzug und Krawatte. Es war bestimmt ein lustiger Anblick!

Die ersten Infos von Dragon Air bekamen wir am nächsten Tag. Diese bestanden aus weiterem Unwissen und mit der Aussage, dass auf jeden Fall nicht alle gestrandeten Passagiere heute noch los konnten. Es hieß also abwarten und Tee trinken. Zum Glück hatte Dragon-Air für die Passagiere Vollverpflegung gebucht, so, dass wir uns am reichhaltigen Sternebuffet einen Teller nach dem anderen einverleiben konnten. Was zum Frühstück schon geschehen war, setzten wir zum Mittagessen fort. Satt und zufrieden bekamen wir dann auch noch die Bestätigung, dass wir beide am Abend endlich weiterfliegen konnten und, dass der Anschlussflug auch so ablaufen würde wie ursprünglich gebucht. Danke Dragon-Air!

Dann kamen wir endlich in Phuket-town an. Genau 24 Std. später als geplant. SChnell hatten wir gemerkt, dass die Stadt in keinster Weise mit Kathmandu oder anderen nepalesischen Städten zu vergleichen war. Wo man in Kathmandu nur auf die Straße treten musste und von Läden und Restaurants umringt war, herrschte hier eher tote Hose. Da Anna sich durch das komplett klimatisierte Hotel in Nepal eine heftige Erkältung zugezogen hatte, beschlossen wir 2 Nächte zu bleiben, bevor wir die berühmte Insel Ko Phi Phi ansteuern wollten. Am Freitagmorgen ging es dann per 2-stündiger Bootstour nach Ko Phi Phi. Die insel die in der Allgemeinheit als paradisisch angesehen wird, wirkte tatsächlich auf den Blick wie das Paradis auf Erden. Wir fanden schnell ein einigermaßen günstiges Guesthouse, denn hier herrschen, im Gegensatz zu Nepal, sehr übertriebene Touri-preise. Aber wir wollen ja nicht gleich das “Paradies” schlecht reden. Aber es gab leider nicht nur den ersten Blick sondern auch den zweiten und der ließ Ko Phi Phi nicht mehr ganz so paradiesisch aussehen. Was wir schon auf der Bootstour bemerkt hatten wurden tatsächlich ein Problem. Es schwamm erschreckend viel Müll im Wasser rum und dieser lag morgens, nach Ebbe und Flut und durch den Wind angeschwemmt am Strand rum. Wenn morgens im Paradies Bierdosen, Plastikflaschen und anderer Dreck als breiter Streifen am Strand liegt und in der Brandung schwimmt, gehen wir lieber im Flensburger Hafen schwimmen, denn der ist tatsächlich sauberer. Genau genommen lagen auch auf der ganzen Insel Bierflaschenund co. rum und versauten das Bild. Zum Glück fanden wir einen Pfad zum etwas entfernteren “Long Beach”. Der Strand ähnelte keiner Müllkippe, war angenehm ruhig und leer und man wurde nicht den ganzen Tag mit amerikanisch-europäischen Disco-charts beschallt. Das alles war uns die Halbestunde Fussweg mehr als wert. Am Sonntag machte Anna nochmal einen nicht ganz freiwilligen abstecher zurück nach Phuket-town, denn wie sich nach einem Telefonat heraußstellte, hatte sie ihren iPod im Guesthouse dort liegen gelassen. Am Montag holten wir uns dann alle Tickets die wir benötigten, um schon am Dienstagabend auf Ko Samui anzukommen.

Unser Ko Phi Phi Fazit: Mallorcas Ballermann mit tropischem Flair. Hat schöne Seiten, aber die schlechten bringen mehr auf die Waage.

Auf nach Ko Samui!

Pokhara, Phewa Tal and Paragliding

Oktober 3

Nach 2 schnellen Tagen Kathmandu, ging es am Dienstag, d. 21.09.10 um 07:30 Uhr, nach Pokhara. Pokhara ist nach Kathmandu die 2. größte Stadt Nepals mit ca. 200.000 Einwohnern. In ca. 8 Std. sollte es in die 200 km entfernte und auf 800 m liegende Stadt gehen. Endlich verlief eine Busfahrt ohne größere Probleme. Auch Nepals Hauptverkehrsroute zwischen Kathmandu und Pokhara war eine Woche vor unserer Anreise drei Tage von einem Erdrutsch blockiert worden. Zum Glück fuhren wir nur an denen noch sichtbaren Spuren vorbei. Nachdem wir die lässtigen Hotel-Touts hinter uns gelassen hatten, ging es per Taxi in den ruhigeren Norden des Touristenviertels Lakeside. Da wir nicht wieder mitten im Trubel stecken wollten, nahmen wir uns ein Zimmer in einer sehr simplen, aber ruhig und idyllisch gelegenen Logde, mit Blick auf den Phewa Tal Lake. Das Zimmer bestand aus 2 Betten, einem kleinen Tisch und dem Ventilator an der Decke. Die 2 Toiletten und die eine Solardusche wurden von Allen geteilt. Die Lodge hieß “Banana Garden Lodge” und wurde von einer netten Familie geführt, die gleich nebenan wohnte. Glücklicherweise ist es hier noch Nebensaison und alles ist noch schön ruhig und nicht zu überlaufen.

Mittwoch und Donnerstag waren eher unproduktive Tage, denn das Wetter machte, durch ganztägige Regenschauer, jegliche Unternehmungslust zu nichte. Dazu kam noch, dass Lasse sich eine Magen-Darm Verstimmung eingefangen hatte und mehr oder weniger im Bett anzufinden war. Donnerstag Nachmittag schafften wir es jedoch eine Bootstour zu einer Tempelanlage zu machen, die auf einer Insel, inmitten des Sees lag. Nass aber glücklich wenigtens eine Sache gemacht zu haben, kamen wir abends in unserer Lodge an. Am Freitag Morgen gab es keine Spur mehr von irgendwelchen Regenwolken und auch Lasse ging es wieder besser. Nach dem Frühstück hatten wir uns Fahrräder ausgeliehen, um das Nordufer des Sees zu erkunden. Leider kam es nicht soweit, denn nach 5-6 km zischte es plötzlich laut und Lasses hinterer Reifen war platt. Weiter konnten wir nicht, also hieß es die Strecke zurück nach Lakeside schieben. Nach einer Pause im Schatten und 2, zum Glück, eiskalten Pepsis gelang es uns einen leeren Transporter anzuhalten, der auf dem Weg gen Lakeside unterwegs war. Wir und die Fahrräder waren schnell auf der Ladefläche verstaut und der freundliche Fahrer nahm uns mit zurück. Da das Wetter nach mehreren Tagen endlich besser geworden war, konnten endlich die ersten Paraglider von den umliegenden Bergen starten. Da wir viele von denen auf unserer Radtour gesehen hatten und wir dies auch mal ausprobieren wollten, meldeten wir uns noch am gleichen Abend für eine Tandemflugstunde am nächsten Morgen an.

Ehe wir uns versahen saßen wir nach einen schnellen Frühstück im Jeep, der uns samt Pilotencrew und Ausrüstung auf den naheliegenden Sarangkot fuhr. Unsere Take-Off Zone lag mitten auf dem Berg auf ca. 1600 m Höhe. Tatsächlich gab es nicht viele Anweisungen für uns. Es wurde erklärt wie wir uns, erstmals in der Luft angekommen,  hinsetzen sollten und wie der Start von statten ging.                                                                       Dies wurde ungefähr so beschrieben: “You have to run as fast as possible and as long as your pilot will give you the command to sit down!”.

Misstrauisch schauten wir auf die 15 m Laufweg bevor der Hang steil nach unten abbrach. Aber es dauerte auch nicht lange bis wir startklar waren. Der Start kam dann auch ziemlich zügig.

“Are you ready to run?” “3…2…1…GO GO GO!”

Man hatte so ungefähr 10 m geschafft, da wurde man schon wieder ziemlich hart von dem, nun in die Luft gestiegenen, Schirm abgebremst. Aber dennoch, als es steil nach unten ging, hing man schon unterm Schirm und es konnte durch die Luft erstmal nach unten gehen. Was tatsächlich ein ziemlich geiles Gefühl ist. Durch die gute Thermik flogen wir bald etliche 100 m über der Take-Off Zone und genossen den Flug. Also auf jeden Fall ich, denn Anna wurde es schon nach 15 min. zu bunt und musste sich übergeben. Dennoch kam sie nach 40 min. heil an der Landing Zone an. Wir können Paragliding nur jedem ans Herz legen, denn es ist ein absolut geiles Erlebnis mit einer großartigen Aussicht auf Pokhara und die anliegenden Berge.

Erfolgreich brachten wir auch die nächsten Tage hinter uns. Am Sonntag machten wir einen Tagesausflug zu Fuss nach Old Pokhara, dem ältesten Stadtteil Pokharas. Hier konnte man sich ansehen, wie die Stadt war bevor der Tourismus, die vielen Hotels und vielen Restaurants kamen. Am Abend dann, erlebten wir unser erstes richtiges Monsun-Unwetter mit der Art heftigen Regen, wie wir ihn noch nie erlebt hatten. Innerhalb einer halben Stunde waren sämtliche Straßen überflutet, der Strom war schon nach 10 min. ausgefallen und sobald man einen Fuss auf die Straße gestellt hatte, war man auch schon klatschnass.

Am Montag Abend war auch schon unser pre-departure-meeting für den 3 Tage Raftingtrip. Sehr erfreut dadrüber, dass sich doch noch 4 weitere Personen gefunden hatten, die mitkommen wollten, erhielten wir unsere ersten Infos. Abfahrt zur Drop-In Zone war um 7:30 Uhr und plötzlich, kurz vor Abfahrt, sahen wir sie. Die langersehnten Schneegipfel, auf die wir fast einen Monat gewartet hatten. Eigentlich hatten wir uns schon damit abgefunden, diese nicht mehr zu Gesicht zu bekommen und uns gesagt, dass es auch nur Berge wie alle anderen seien, aber da hatten wir uns getäuscht. Der Blick auf diese riesen Bergmassive, von denen kein einziger Gipfel unter 6000 m lag und der höchste, der Annapurna II, sogar fast die 8000 m Marke erreichte, hatte schon etwas ganz besonderes.

The 16th highest mountain of the world Annapurna II with 7937 meters

Nach 3 Stunden Busfahrt waren wir am Fluss angekommen und während sich die eine Hälfte des Teams damit beschäftigt war, alles für das Rafting zu verschnüren und fertig zu machen, kümmerte sich die andere Hälfte ums Mittagessen. Neben uns, einem englischen Pärchen, einer weiteren Engländerin und einer Spanierin waren noch 6 Teammitglieder mit dabei. 3 Rescue Kayaker, 2 Mann Besatzung für den Katamaran, auf dem das ganze Allgemein-Gut transportiert wurde und unser Guide, der uns und unsere wasserdicht gepackten Rucksäcke den Fluss runter steuern sollte. Nachdem wir eine umfassende Sicherheitsbesprechung hatten, mit vielen Regeln, an die wir uns bestimmt nicht erinnern konnten, sollte es erst mal zum Kentern kommen, ging es dann los. Die wichtigsten Kommandos waren schnell verinnerlicht: “Forward!”, “Backward!” , “Stop!” und “Hold On !”. Schnell stellte sich heraus, dass wir an keinem der Tage einen einzigen trockenen cm² an uns finden würden. Was uns natürlich alle erfreute, denn es ging mitunter ziemlich heftig zur Sache. Doch selbst nach den ersten 4 Stunden war keiner über Bord gegangen und wir waren froh und glücklich. Um 15:00 Uhr ging es dann an Land und an einem der vielen Sandstrände bauten wir Zelte, Tische, Klo und div. anderen Sachen auf. Es gab Tee und Kaffee und später Abendbrot. Später saßen wir noch alle zusammen und redeten über den Tag und über Gott und die Welt. Nach einer harten, aber erholsamen Nacht, gab es Rührei und Toast zum Frühstück und kurz danach wieder auf den Fluss. Eigentlich wollten wir uns gar nicht vorstellen, was passieren würde in einer reißenden Stromschnelle über Bord zu gehen. Aber gleich am 2. Tag mussten alle diese Erfahrung machen, außer Anna und der Guide, die sich beide im Raft halten konnten. Mich hatte es gleich 2 mal an diesem Tag erwischt. Das Raft hatte sich beide Male auf ca. 80° zur Seite geneigt und beide Male wurde ich mit einem Ruck aus dem Boot befördert. Da ich mich immer am Raft festhalten konnte, nachdem ich wieder an der Oberfläche war, fand ich mich auch immer wieder sehr schnell im Boot wieder. Dennoch war es jedes Mal ein adrenalinreiches Erlebnis, sich irgendwie halb unter Wasser am Raft festzuhalten. Später am Tag gingen nochmal die beiden Engländerinnen über Bord, die so schnell weit weg getrieben waren,dass die Kayaker sie an Land ziehen mussten.

An diesem Abend hatten wir die Möglichkeit Bier, Rum und Whiskey zu kaufen und wir saßen noch länger zusammen, spielten Trinkspiele und stellten uns gegenseitig einige Rätsel. Am Tag 3 galt es die letzten Kilometer auf dem Fluss heil zu überstehen. Wir waren schon alle wieder durchnass, als das Raft entgültig kenterte. Diesmal blieb keiner verschont und die Kayaker hatten alle Hand voll zu tun, die Leute, die sich nicht am Raft halten konnten, und die Paddel zu retten, die mit großer Geschwindigkeit den Fluss runter trieben. Ich kam unterm Raft wieder zurück zur Oberfläche, was aber kein Problem war, denn es hatte sich genug Luft unter dem Boot angesammelt. Anna und mir gelang es uns am Raft festzuhalten, während unser Guide schon auf dem gekenterten Raft stand und versuchte dies wieder anhand einer Leine umzudrehen. Dies ähnelte dem Aufstellen des Segels beim Windsurfen, nachdem man vom Brett gefallen ist. Nach diesem Disaster wurde der Fluss dann ruhiger und wir durften alle ins Wasser springen und uns einige Kilometer den Fluss treiben lassen. Nach 10 min. waren die Spanierin, Anna und ich schon ziemlich weit vom Raft entfernt und die Kayaker vor uns symbolisierten uns, uns in der Mitte des Flusses zu halten, da das Wasser doch recht heftig auf die Felswände traf, wo der Fluss die nächste Kurve machte. Was sich einfach anhörte, war schier unmöglich für otto-normal Schwimmer wie uns und nur knapp verpassten wir die Felswand. Wir können nur sagen, dass es ganz schön hart ist, sich gegen Wasser wehren zu müssen, das einen mit ca. 3-4 m/s den Fluss mit runter nimmt und hier war der Fluss sogar schon sehr ruhig geworden. Die Raftingtour war dann auch leider schon zu ende. Die 3 Tage waren eines der besten Sachen, die wir bisher erleben durften. 3 Tage lang in mitten von Dschungel bedeckten Bergen mit nur wenigen kleinen Siedlungen hier und da waren einfach genial.

Nachdem wir alles wieder im und auf dem Bus verstaut hatten, wir 5 Std. zurück nach Pokhara gefahren waren, uns verabschiedet hatten und abends totmüde ins Bett gefallen waren, ging es am nächsten Morgen schon wieder zurück nach Kathmandu, wo wir die letzten 3 Tage in Nepal verbringen werden.

In den letzten vielen Tagen haben uns am Meisten die Nepalesen an sich beeindruckt. Wir verstehen einfach nicht, wie man so freundlich, ruhig, geduldsvoll und mühseelig sein kann und das bei solch simplen Lebensbedingungen wie hier. Wir sind überzeugt, dass jeder Nepalese von klein an irgendetwas Nützliches kann, sei es Schweißen, Holz oder Steinbearbeitung oder zumindest das Reparieren von Motorrädern, Bussen und Trucks. Denn hier wird noch das meiste in Handarbeit gemacht und sonst auch alles selber zusammen getüfftelt. Oder sei es, dass die Nepalesen viele Kilometer weit laufen, nur um in die nächste Siedlung zu gelangen oder von den Bergen Futter für das eigene Vieh zu holen. Diesen Fähigkeiten, finden wir, gebührt großer Respekt.

Am Montag geht es für uns weiter nach Phuket in Thailand von wo aus wir uns wieder melden werden.