Ride To Life Riding the World

4000 islands and 8000 minutes relaxing

Dezember 21

Von Tha Khek aus nahmen wir den öffentlichen Bus nach Pakse – auch Paxe geschrieben. Hier mussten wir eine Nacht Zwischenstop machen, da wir nicht vor hatten die ganze Strecke auf einmal zu bewältigen. Die Busfahrt war auf 6 – 7 Std. angegeben, aber letztendlich waren wir gute 10 Std. unterwegs, da die öffentlichen Busse nicht wirklich nach einem festen Fahrplan fahren müssen und wir eine ellenlange Pause in Savannakhet machten. Dazu kam, dass wir 100 Km vor Pakse einen platten Hinterreifen hatten und die Reparatur, die wie immer am Straßenrand vorgenommen wurde, eine knappe Stunde beanspruchte. Endlich in Pakse angekommen, musste wir feststellen, dass alle günstigeren Ünterkünfte belegt waren und so waren wir gezwungen ein etwas teureres Hotelzimmer zu nehmen, aber es sollte ja auch nur für eine Nacht sein. Gleich nach dem Frühstück am nächsten Tag ging es dann in 4 Std. per Pick Up nach Ban Nakasang, von wo wir per Boot zu den 4000 Inseln übersetzten.

4000 Islands

4000 Islands oder Si Phan Don in der Landessprache, ist eine Inselwelt inmitten des Mekongs, der hier neben seinem Delta in Südvietnam seine breiteste Stelle von 15 Km erreicht. Je nach Pegelstand erheben sich hier mal mehr, mal weniger tausend Inseln aus dem Wasser auf einem Abschnitt von 25 Km und kurz vor der kambodschanischen Grenze. Die paar größeren permanenten Inseln wurden bewohnt und hier hatten wir ganze 6 Tage eingeplant, um uns nach der wohl gut 1500 km langen Reise durch Laos mal wieder die Füße baumeln zu lassen.  Die 6 Tage vergingen auch trotz des vielen Nichtstuns wie im Flug. Gleich am Anreisetag trafen wir wieder auf den Holländer Yves, den wir schon auf der Bustour von Vientiane nach Tha Khek kennengelernt hatten und dort einen gemeinsamen Abend verbrachten, bevor er am nächsten Morgen spontan weiter nach Pakse fuhr. Zusammen mit Yves und manch anderen, saßen wir abends noch öfter zusammen um den Sonnenuntergang von unseren Bungalows aus zu sehen, denn wie der Zufall es wollte, wohnten wir in den gleichen Bungalows und auch das eine oder andere Abendessen verbrachten wir gemeinsam. Leider wollte er nicht so lange bleiben wie wir und nach dem 3. gemeinsamen Abend/Tag verabschiedeten wir uns von ihm.

Der Wechsel der Bungalow-Bewohner hatte aber nichts Negatives an sich, denn so lernten wir Chris, Caro und Vanessa aus Deutschland kennen und später auch noch viele andere aus einer großen Gruppe, die immer mal wieder zusammen gereist waren und sich schon 3 Wochen vorher in Nordthailand das erste Mal getroffen oder besser gesagt gesehen hatten. So kam es an manchen Abenden vor, dass wir in einer Gruppe von 10 – 15 Personen erst Abendessen waren und später auf den Balkonen unseres Bungalows zusammen saßen. Neben den 3 Deutschen, lernten wir auch noch die 2 Schweden Jon und Albert kennen, mit denen wir, zusammen mit Chris, Vanessa und Caro wohl am Meisten zu tun hatten. Der Höhepunkt dieser Zusammentreffen war unumstritten Caros Geburtstag, in den wir gemäß der deutschen Feiertradition, hinein feierten. Die Party, die mal wieder auf unseren Balkons von statten ging, hatte sich wohl (aus komischen Gründen ;-)) rumgesprochen , was in einer Besucherzahl von 30 – 40 Leuten resultierte, was wirklich sehr amüsant war.

Pick Up from Paxe to Ban Nakasang

Der selbe Tag war damit vergangen, dass Anna am Mekong entspannen konnte, während ich zum Bargeld holen nach Pakse zurück musste. Dieses Mal war ich an der Reihe einen (mehr oder weniger freiwilligen) Tagesausflug zu machen, nachdem Anna ja schon von Ko Phi Phi durch die stürmische See nach Phuket fahren musste,um ihren vergessenen iPod wieder zu holen. Früh stand ich auf, um ans Festland zu gelangen und da der Tag nicht wirklich spannend war, gibts hier nur die Kurzfassung:

0700 Uhr:  Don Det – Festland

0800 Uhr: Abfahrt Ban Nakasang

1045 Uhr: Ankunft Pakse

1100 Uhr: ATM

1200 Uhr: Abfahrt Pakse

1630 Uhr: Ankunft Ban Nakasang

1700 Uhr: Ankunft Don Det

Neben dem Geld für uns beide, holte ich auch noch Geld für Jon und Albert, die mir dafür die Reisekosten bezahlten. Am nächsten Morgen oder besser gesagt ,gingen wir mit Caro, Vanessa, Jon, Chris und Albert auf dem Mekong Tuben. Für uns war das die perfekte Mischung aus Aktivität und Faulenzen und sich im wahrsten Sinne des Wortes treiben zu lassen.

Am letzten Tag auf Don Det und unserem letzten richtigen Tag in Laos, liehen Anna und ich uns zwei Fahrräder aus, um damit die Insel(n) zu erkunden. Das hört sich tatsächlich etwas komisch an, da wir mittlerweile schon eine Woche dort waren, aber vorher waren wir nur sehr schwer oder gar nicht aus unserer Gemütlichkeit zu bringen. Aber wir schafften es ja letztendlich doch noch. Erstmal radelten wir in den Süden von Don Det, um dort die alte französische Eisenbahnbrücke nach Don Kong, einer weiteren permanenten Insel, zu überqueren. Diese wurde von den Franzosen, im zuge ihrer Kolonialherrschaft und dem Versuch einen Handelsweg vom Mekong Delta bis nach  Zentralchina zu schaffen, erbaut. Da der Mekong auf der Höhe der Inseln, aufgrund von Felsen und Wasserfällen, nicht mit größeren Booten befahren werden kann, bauten die Franzosen die einzige Eisenbahnstrecke die jemals auf laotischem Boden erbaut wurde, um diese unpassierbare Strecke per Zug zu überbrücken. Naja, genug Geschichte…

Auf der anderen Seite der Brücke frühstückten wir, bevor wir uns weiter auf den Weg zu den Somphamit Wasserfällen, in denen ein Teil des Mekongs über mehrere Felsenstufen nach unten donnerte. Es war schon sehr beeindruckend zu sehen, welche Kraft Wasser hat. Dieses Naturbeispiel wurde einzig und allein von den Horden thailändischer Pauschaltouristen gestört,die mit einem Pickup nach dem anderen über die Insel chauffiert wurden und sogar uns mit uneren Fahrrädern zu winkten und riefen. Warum gibt es die menschliche Tarnkappe noch nicht?

Zum Glück waren von diesen keine Spur mehr zu sehen, als wir weiter durch den Wald einen kleinen Mekongstrand erreichten. Dieser war kurz unterhalb der Wasserfälle gelegen, doch man konnte hier trotzdem Baden, da dieser geschützt in einer Bucht lag. Nach der Erfrischung ging es dann langsam wieder gen Bungalow, wo wir abends nach noch ein paar Stops ankamen. So ging auch unser letzter Tag in Laos zu ende und am nächsten Morgen würden wir dann schon das 5. Mal in ein fremdes Land reisen und fremde Menschen und Sitten kennenlernen. Auf nach Kambodscha!

Sunset at Don Det

A Ride and Reperation on Roads less travelled

Dezember 21

Nachdem wir ein paar ruhige und eher ereignislose Tage in Vientiane verbrachten, ging es wiedermal mit einem lokalen Bus weiter gen Süden. Denn unseren einzigen Stop in Zentrallaos wollten wir in Tha Khek verbringen. Die 6 stündige Busfahrt war dieses Mal aber etwas komfortabler, da wir beide Sitzplätze ergattern konnten und auch der Bus nicht so voll war, wie auf der Fahrt zur Hauptstadt. Trotzdem waren auch diesmal wieder mehr Passagiere an Bord, als für den Bus eigentlich vorgesehen. Diese nahmen auf den extra dafür vorgesehenen Plastikstühlen im Gang platz. Die 1. Nacht in Tha Khek schliefen wir in einer Travellerlodge im Mehrbettzimmer, da dies mit Abstand die günstigste Option war. Von hier aus wollten wir schon am nächsten Tag zu einer 3 tägigen Motorradtour durch Zentrallaos aufbrechen und nutzten die Lodge währendessen als Lagerraum für unsere großen Rucksäcke, die mit uns zwei auf keinen Fall mehr Platz auf dem Motorrad hatten. Wir räumten also schon früh am morgen unsere Betten, packten ein paar Kleinigkeiten in unseren Daypack und ließen die großen Rucksäcke in der Lodge zurück. Auch diesmal gab es wieder keine geländetauglichen Maschinen und wir hatten schon von anderen Reisenden gehört, dass es keine Seltenheit war, dass diese oder einzige Teile auf der Strecke den Geist aufgaben und man ohne Reparatur nicht weiter kam. Dies konnte uns aber nicht abschrecken und wir machten uns trotzdem auf den Weg.

Unsere erste Tagesetappe sollte uns von Tha Khek nach Lak Xao führen. Die 205 km sollten locker an einem Tag zu schaffen sein und komplett auf gut- ausgebauten Straßen erst nah dem Mekong durch Flachland und später in die Berge führen. Leider kam es mal wieder ein wenig anders als geplant, als uns nach 60 km auf der Hauptstraße das komplette Hinterrad unseres Motorrads auseinander fiel. Dies passierte zu allem Überfluss während der Fahrt und machte nicht all zu schöne Geräusche. Zum Glück konnten wir die Maschine ohne Probleme, aber mit einem gehörigen Schrecken zum Stehen bringen.  Da standen wir nun inmitten der Wallapampa an einer mehr oder weniger stark befahrenen Straße. Das Problem war aber, dass das Hinterrad so demoliert war und in einem so abstrakten Winkel zum Rest des Motorrads stand, dass wir dieses auch nicht einmal mehr schieben konnten. Zum nächsten größeren Ort mit Werkstatt waren es nochmal 50 km. So hatten wir keine andere Wahl als auf den nächsten Pick-Up zu warten und uns samt Motorrad ins besagte Dorf fahren zu lassen.

Das Taxi kam nach einer halben Stunde, die laotischen Passagieren halfen uns unter großem Gelächter unser Gefährt auf die Ladefläche zu hiefen und eine weitere halbe Stunde später waren wir im Dorf, an dem es von der Nord-Südachse Rt 13 auf die West-Ostachse Rt 8 nach Vietnam ging. Nachdem wir alles ausgeladen hatten und das schwere Vehikel zur nächsten Werkstatt geschleppt hatten, wurden wir Zeuge davon, wie der einheimische Junge in unserem Alter sich mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit daran machte, unser Hinterrad zu demontieren, mit einem neuen auszutauschen und wieder zu montieren, als ob er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht hätte, was auch sehr wahrscheinlich ist. Die Reparatur dauerte sagenhafte 20 min. und erleichterte uns für heimische Verhältnisse nur um läppische 23€. Immernoch völlig fasziniert von den Reparaturkünsten des Laoten , aßen wir erst einmal Mittag und setzen danach unseren Weg in die Berge fort.

Bike Repair, Motorbike Loop

Da unser Tagesziel Lak Xao vor der Dunkelheit nicht mehr zu erreichen war, entschieden wir diese Nacht 50 km vor Lak Xao in einem kleinen Ort namens Ban Nahin zu verbringen und ließen Tagesziel erst einmal Tagesziel sein. Am nächsten Morgen ging es schon um 6:00 Uhr los, um die verlorengegangene Zeit wieder gut zu machen. Nach 2 Std. erreichten wir über Serpentinenstraßen Lak Xao, welches nur 30 Km von der vietnamesischen Grenze entfernt liegt. Nach einer Frühstückspause machten wir einen 18 km Abstecher zu ein paar heißen Quellen in Richtung Vietnams, doch auch nach mehrmaligen Fragen der Lokalbevölkerung konnten wir diese leider nicht ausfindig machen. Also ging es die 18 km wieder zurück um danach die härteste Etappe der Tour zu bestreiten. In 60 Km ging es über eine Schotterpiste, die sich ziemlich schnell in eine völlig mit Schlaglöchern durchzogenen Berweg verwandelte und in vielen Windungen durch die mit dichtem Dschungel bedeckten Berge führte. Hier wurde unser Motorrad ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, aber wie ein Wunder waren auch nach 60 km keine größeren Schäden zu erkennen. Das war auch gut so, denn diese Strecke wurde so gut wie gar nicht befahren und zwischen den kleinen Bergsiedlungen lagen oft viele Kilometer. Völlig erschöpft kamen wir am Nachmittag im kleinen Dorf Ban Tha Lang an. Hier wollten wir die nächste Nacht verbringen und fanden auch schnell ein einfaches Guesthouse mit ein paar Bungalows zum Übernachten.

Kurz nach der Ankunft versuchte ich mich noch in Petang, dem Botcha-ähnlichem Spiel, gegen zwei Einheimische und dazu gab es wiedermal jede Menge Lao Lao und tatsächlich war ich gar nicht so schlecht. Dafür, dass es mein erstes Mal war, hatte ich mich ganz gut geschlagen. Die 3. Tages-Etappe sollte uns die ungefähr 100 km  zurück nach Tha Khek bringen. Um 8:00 Uhr war Aufbruch. Von Ban Tha Lang aus wurde die Straße wieder besser. Die ersten 20 km bis nach Nakai ging es noch auf einer Schotterpiste vorbei an dem neu aufgestauten Nam Theun Stausee, der große Teile der umliegenden Naturschutzgebiete überflutet hatte, und dessen gewonnene Energie zu 95% für Thailand bestimmt ist. Die Landschaft sah etwas düster und surreal aus, da viele der höchsten Bäume noch immer tot aus dem dunklen Wasser rakten.

Hinter Nakai wechselte der Straßenbelag dann endlich wieder auf Asphalt, was eine angenehme Abwechslung war nach den vielen Kilometern Schlaglöchern, die wir befahren mussten. Wir kamen wieder schneller voran und nach 2 Std. machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Tha Falang Badeplatz, um uns nach den 3 Tagen mit einer Badepause zu belohnen. Die letzen 10 Km nach Tha Khak waren schnell hinter uns gebracht und wenig später fielen wir völlig erschöpft in unsere Betten. Das Geld für die Reparatur bekamen wir nach einer energischen Aufforderung dann auch noch zurück, da es auf keinen Fall unsere Schuld war und sehr viel böser hätte enden können. Am nächsten Morgen machten wir uns schon wieder auf den Weg weiter gen Süden, zu unser vermitlich letzten Station in Laos.

Ban Nakei, Motorbike Loop

Motorbikes, Mines and Mountains

Dezember 7

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Minivan nach Phonsavan, einer kleinen Stadt 150 Km südöstlich von Luang Prabang. Da wir schon am 2. Tag die Tickets gekauft hatten inkl. Abholservice, mussten wir nur noch am Guesthouse auf unseren Fahrer warten. Als aber nach einer halben Stunde, nach unserem vereinbarten Termin, immer noch niemand kam, um uns abzuholen, wurden wir etwas nervös, auch weil der Bus nach Phonsavan um 9:00 Uhr abfahren sollte und es mittlerweile 8:50 Uhr war. Aber wir hatten die Rechnung ohne die laotische Mentalität gemacht. Der Fahrer kam um 9:00 Uhr, eine Viertelstunde später waren wir am Busbahnhof und unser Bus nach Phonsavan fuhr letztendlich erst um 9:45 Uhr ab. Das war aber für die nächsten 6 Std. das letzte Amüsante, was wir erlebten. Die Fahrt durch die Berge, in einem viel zu warmen Minivan war, bis auf die letzte Halbestunde, in der das Land flacher wurde, anstrengend und nervenzerreibend. Leider machte die Stadt die Mühen keines Falls wieder wett.

Phonsavan war mal wieder ein staubiges rustikales Städtchen, das sehr an eine Wildwest Stadt erinnerte. Solche Städte haben im Grunde nur eine Hauptsraße, an der auf beiden Seiten jeweils eine lange Reihe Häuser und Geschäfte lagen. Zu allen ästhetischen Untertreibungen kam noch, dass Phonsavan direkt an einer großen Verkehrsroute gebaut worden war und dass neben massenweise Mopeds auch riesige Trucks durch das Städtchen donnerten. Donnern ist hier übrigens genau der richtige Ausdruck, denn die meisten Laoten kümmern sich wenig um irgendwelche Straßenschilder, die ihnen erzählen wie schnell sie zu fahren haben.

Wir wollten nur einen Tag bleiben, um uns die Plain of Jars anzuschauen und ein wenig durch die Gegend zu gucken. Das wohl beste Fortbewegungsmittel hierfür war ein Motorrad, dass wir gleich am Morgen ausliehen. Unseren ersten Halt machten wir an Platz 1 von ungefähr 6 an denen man sich die riesigen Steinkrüge anschauen kann. Diese sind wohl in der Vergangenheit für alles Mögliche angefertig worden, um dann einige hundert Jahre später wieder gefunden zu werden. Nachdem wir hier auch das 1. Mal Zeuge von immernoch vermintem und mit Blindgängern verseuchtem Gebiet wurden, wurde uns erst richtig klar, welche Auswirkungen der Vietnam-Krieg und auch der von den Amerikanern unterstützte Krieg gegen die Kommunisten auf Laos hatte- aber vor allem noch hat.

Unser zweiter Halt war die ehemalige Provinzhauptstadt Moang Khoun, von der aber leider nicht mehr viel übrig ist, außer ein größeres Holzhüttendorf, da auch diese Stadt im Krieg komplett zerbombt wurde und der Wiederaufbau nie wirklich stattgefunden hatte. Selbst auf religiöse Stätten wurde keine Rücksicht genommen und so konnten wir lediglich die Überreste von einer großen Stupa und einem Tempel anschauen.

Schon auf der Fahrt hierher hatten wir uns gefragt, wann wohl die Abzweigung zu den Plätzen 2 und 3 der Steinkrüge kommen sollte. Auf der Fahrt zurück fanden wir diese dann, die wir wohl einfach übersehen hatten. Hier hörte die asphaltierte Straße auf und verwandelte sich in eine Staub- und Schotterpiste.

Dirt road around Phonsavan

Da sich der Tag schon dem Ende näherte und unser Tankinhalt auch, beschlossen wir die Schotterpiste nur noch ein wenig weiter zu fahren und dann irgendwann umzudrehen. Staubbedeckt kamen wir dann um ca. 17:00 Uhr wieder zurück nach Phonsavan. Da wir uns hier auf bummelig 1000-1500 m Höhe befanden, wurde es auch mit zunehmender Dunkelheit empfindlich kalt und wir waren froh nicht noch später zurückgekommen zu sein. Nach unserer Ankunft  besuchten wir noch das Mines Advisory Group, kurz MAG, Hauptquartier und schauten uns gespannt an, was der Krieg in Form von Minen und Blindgängern noch heute für massive Auswirkungen auf die Bevölkerung in denen, von UXO (unexploded ordnance) (nichtexplodierte Artilleriegeschosse) verseuchten Gegenden hat.

Früh am nächsten Morgen ging es dann mit dem Minivan wieder in Richtung Süden, genauer gesagt nach Vang Vieng, einer kleinen Touristenstadt, ca. 150 km nördlich der Hauptstadt Vientiane. Auch hier blieben wir nur 2 Nächte, um nicht länger als nötig in der, von Besoffenen und 24/7 laufenden amerikanischen Fernsehserien, verseuchten Stadt bleiben zu müssen. Auch hier liehen wir uns wieder ein Motorrad aus. Wir wollten nämlich eine 60 km Motorradtour in die Natur westlich von Vang Vieng bestreiten. Die Natur hier war wirklich sehr sehr schön. In einem engen Tal ging es durch Dschungel und Reisfelder, vorbei an vielen Höhlen und kleinen Ortschaften, über Flüsse, Stöcker und Steine. Der Höhepunkt der Tour war die Schwimmgelegenheit bei der Tham Phou Kam Höhle. Diese bestand aus einem fast azurblau schimmernden kleinen Fluss, der überraschend tief war. Das wirklich geniale war, dass man von einem Baum, der schief über den Fluss gewachsen war, von wahlweise 2m oder sogar 5-6m in den Fluss springen konnte. Hier verbrachten wir ca. 2 Std. bevor wir den Hauptteil der Tour machen. Bis heute sind wir uns nicht sicher ob die Karte falsch war oder wir einen der Karte unbekannten Weg gefahren sind, denn nach ca. der Hälfte des Weges stoppte ein Einheimischer, den wir nach dem Weg gefragt hatten, unseren Glauben, dass wir die Rundtour gegen den Uhrzeigersinn machten. Er sagte uns, dass wir die Tour genau den anderen Weg herum machten, was uns angesichts des Kartenmaterials unmöglich schien, denn demnach hätten wir nach der Schwimmgelegenheit wieder 10 Km in Richtung Vang Vieng fahren müssen um eine Abzweigung zu nehmen, dies haben wir aber nie getan. Ein weiteres Problem war, dass wir nur eine begrenzte Summe an Geld mithatten, da wir nicht erwartet hatten auf große Ausgaben zu stoßen. Aber wie das Sprichwort wahrheitsgemäß behauptet:” Kleinvieh macht auch Mist” Denn nach dem Tanken, Höhleneintritt und 2 Brückengebühren, standen wir vor der 3. Brücke ohne Geld. Schon an der 2. Brücke konnten wir schon nicht mehr den vollen Preis bezahlen. Wer konnte auch ahnen, dass die Lokalbvölkerung auf die Idee kommt, als Wegelagerer Gebühren auf mickrige Holzbrücken zu verlangen. Irgendwie bekamen wir dennoch hin, dass die Wegelagererfamilie uns durchließ, obwohl sie uns erst überhaupt nicht glauben wollte,dass wir kein Geld dabei hatten. Irgendwie verständlich angesichts dessen, dass die Laoten nichts anderes gewohnt sind von westlich aussehenden Personen. Da kann man als Reisender bestimmt auch mal gegen eine undruchdringliche Wand von Ignoranz und nicht-Glauben laufen. Nach dieser Brücke wurde der Weg unendlich schlecht und war eher nur noch ein steiniger und mit Schlaglöchern übersähter Feldweg. Asphalt hatten wir schon seit dem Verlassen von Vang Vieng nicht gesehen, aber dennoch hielt unsere Maschine alles aus. Am späten Nachmittag kamen wir dann wieder in der Stadt an und gleich am nächsten Tag ging es mit dem lokalen Bus gen Vientiane.

To be continued…

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