Ride To Life Riding the World

Tea and Tea and Tea and one more time Tea

Januar 31

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg in die Cameron Highlands. Diese bergige Landschaft liegt ungefähr 250km nördlich von KL auf ca. 1000-2000m Höhe und ist Ort von vielen Teeplantagen und viel unberührtem Dschungel. Das Klima macht vom Flachland einen enormen Sprung zu trockener Kühle, die hier den meisten Tag herrscht. Selten klettert die Temperatur über 25° und kann schon mal, vorallem nachts, auf 10° Celsius fallen. In der Dämmerung war also lange Hose und mindestens ein Pullover angebracht.

In Tanah Rata, dem Hauptort der Highlands, verbrachten wir zwei Nächte und besuchten am Freitag eine große Teeplantage des Teefabrikanten Boh, die hier schon 1929 von den Engländern errichtet worden war. Am Nachmittag machten wir noch eine kurze Wanderung zu den mitten im Dschungel gelegenen Robinson Falls, die man in 45min Fußmarsch aus dem Zentrum Tanah Ratas erreichen konnte. Abends gab es wieder indisches Essen- dieses Mal aber nicht ganz so scharf wie in KL.

Vorallem in den Highlands waren viele Inder oder indisch stämmige Menschen anzufinden, da viele aus Indien gekommen waren, um auf den umliegenden Teeplantagen zu arbeiten. Aber auch sonst besteht die malaysische Bevölkerung größtenteils aus Chinesen und Indern, was man deutlich an Stadtteilen, wie Chinatown und Little India, aber auch an der weitverbreiteten chinesischen und indischen Küche erkennen kann.

Hindu Temple in front of a Tea Plantation

Schon für den nächsten Morgen hatten wir uns Bustickets wieder runter ins Flachland gen Kuala Tembling organisiert, um von dort aus den Zug, der auch als Dschungel Zug bekannt ist, nach Kota Bharu im Nordosten zu nehmen. Als der Busfahrer die Tickets sah und wir erzählt hatten, dass wir den Zug nehmen wollten, wies er uns freundlicherweise darauf hin, dass die Bahn gar nicht in diesem Ort hielt, aber, dass es kein Problem sei uns in Kuala Lipis abzusetzen, von wo aus wir dann ohne Proleme auf den lokalen Zug umsteigen konnten.

KL; The Second Take

Januar 24

In KL angekommen, steuerten wir wieder Chinatown an, denn das Viertel hatte uns sehr gut gefallen. Es liegt zentral mit guten Verkehrsanbindungen, hat einige interessante Märkte zu bieten und nicht zuletzt sind die Unterkünfte günstig.

Da im Wheelers Guesthouse schon alles belegt war, fanden wir direkt auf der gegenüberliegenden Straße eine simple Unterkunft – genauso günstig, aber nicht so skurril.

Am Montag fuhren wir per LRT und Nahverkehrszug in die Midvalley Megamall, wo sich hunderte von Geschäften auf mehreren Stockwerken – jedes so groß wie zwei Fußballfelder- quetschten.Hier fanden wir genügend Möglichkeiten uns über unseren anstehenden Netbookkauf zu informieren, da hier namenhafte Computerfirmen wie Acer, Hp und Lenovo hier einige Geschäfte hatten. Letztendlich entschieden haben wir uns nicht an dem Tag, da wir noch einige Zeit in KL hatten und es nicht schwer war in die Mall zu gelangen.

Am Dienstag Nachmittag sollten dann Annas Eltern am Flughafen ankommen und Anna machte sich auf den Weg die beiden von dort abzuholen, während ich in irgendwelchen indischen und chinesischen Cafés rumhing und mir die Zeit vertrieb. Am Abend gab es dann mit allen lecker indisches Essen, welches sich als superscharf herausstellte, aber was sollte man auch anderes erwarten, wenn man sich in ein lokales indisches Restaurant setzt.

Sehr früh am nächsten Morgen ging es dann zu Viert zu den Petronas Twin Towern, um uns die Stadt von der Skybridge, die in 170m Höhe zwischen den Wahrzeichen Kls verlief, anzuschauen. Jeden Tag werden hier mittlerweile günstige – und nicht mehr gratis wie vor einem Jahr – Tickets vergeben. 1600 pro Tag um genau zu sein und jedes einzelne wurde nach dem „First serving“ Prinzip verteilt. Das hieß also, dass wir bereits beim Öffnen des Ticketschalters eine 300m Menschenschlange vor uns hatten. Aber nach 1 ½ Std. anstehen, hielten auch wir unsere Tickets für je 10RM in den Händen und bevor wir dran waren, vergingen noch mal 3 Std., die wir eher unproduktiv im Schatten und mit kalten Getränken verbrachten. Der finale Ausblick war dann aber das Gewarte Wert und 170m  schon verdammt hoch.

Nachdem wir wieder unten waren, machten sich Anna und ihre Eltern auf den Weg zurück nach Chinatown und für mich ging es weiter gen Midvalley Mall mit dem Auftrag unser neues Netbook zu kaufen. Lenovo hatte angesichts guter Hardware und 25 € Preisnachlass den Zuschlag bekommen.

Mit etwas Paranoia schaffte ich es dann doch ohne überfallen zu werden zurück ins Guesthouse, während Bettina, Hotte und Anna von sogenannten Doktor Fischen das tote Gewebe von ihren Füßen abgeknabbert bekamen. Die Becken mit den Doktor Fischen findet man in ganz Südost Asien und für wenig Geld kann man für einige Zeit die Füße ins Wasser halten.

We ♥ Melacca

Januar 24

Am Montag machten wir uns dann auf den Weg nach Melaka, einer kleineren Küstenstadt circa 180km von Kl entfernt. Die Busfahrt war kurz und ohne weitere Zwischenfälle.

In Melaka angekommen suchten wir uns eine Unterkunft im Chinatown Viertel, welches sich als sehr gemütlich herausstellte.
Das Viertel besteht größtenteils aus sehr alten Häusern, die dicht aneinander gereiht in den kleinen Gassen liegen. Hier gibt es zudem viele Künstlerateliers und sogar einem Schmied, was dem ganzen noch mehr Gemütlichkeit verlieh.

Chinese Temple, China Town, Melacca

Melaka hat ungefähr 750.000 Einwohner, aber im Verhältnis zu KL waren wir eher in einer Provinzstadt angekommen. Dennoch war Melaka schon ein gutes Stück vor KL und Singapore eine bedeutende Seehandelsstadt der Engländer und später der Niederlanden gewesen. Neben den englischen und niederländischen Bauwerken, die hier noch zu sehen sind, ist wohl der beste Beweis der frühen und inklusiven Handelszeit, dass die Seestraße zwischen dem Festland Malaysias und der indonesischen Insel Sumatra „Strait of Melaka“ genannt wird.
An großen berühmten Sehenswürdigkeiten gab es hier nicht wirklich etwas, dennoch steht Melaka auf vielen Reiserouten. Ansich ist schon die Stadt an sich schon eine Sehenswürdigkeit! Durch die vielen Baustile, die eine Metamorfose aus alt asiatsichen und des neo klassischen Kolonialstil ist, bekommt die Stadt im Zentrum einen ganz besonderen Flair.

St. Pauls Curch, Melacca

Auf unserem Programm stand letzendlich das kleine aber feine Architekturmuseum, die einstweilige St. Pauls Church, die auf einem Hügel inmitten des Zentrums gelegen war, und die Überbleibsel des englischen Famosa Forts. Darüber hinaus besuchten wir den Nightmarket, der sich durch die Straßen von Chinatown übers Wochenende schlängelt. Die meiste Zeit verbrachten wir jedoch in der Voyager Traveller´s Lounge, wo es neben unglaublich leckeren Snacks und Shakes, freie Internetnutzung und viel Gemütlichkeit gab.
Freitagnacht wurden wir von unserem Guesthouse und Restaurant Personal zu einem nächtlichen Besuch zu heißen Quellen kurz außerhalb Melakas mitgenommen, was mal ein anderes Erlebnis abseits des sonstigen Tourismus war. Die Gruppe bestand buntgemischt aus Einheimischen, einem Reisenden aus Taiwan, einem russischen Aussiedler, einem weiteren deutschen Pärchen und aus uns.
Die Quellen scheinen eine Möglichkeit der Erholung für jung und alt und ganzen Familien zu sein. Als wir ankamen war es schon kurz nach Mitternacht, aber dennoch waren noch viele Leute hier. Die Quellen haben 24Std lang geöffnet und gerade am Wochenende füllt sich die Anlage vorallem mit einheimischen Jugendlichen. Der einmalige Eintritt betrug 4 RM pro Person, was ziemlich genau 1€ entspricht. Gebadet wurde in vielen kleineren Becken mit verschiedenen Wassertemperaturen und die meisten saßen in Randnähe und genossen das bestimmt 50° Celsius warme Wasser oder um sich abzukühlen. Anfangs noch etwas skeptisch setzten, wir uns einfach dazu und taten es den Einheimischen gleich und wurden schon kurze Zeit später fast gar nicht mehr beachtet. Wir fühlten uns angesichts der harmonischen Stimmung und der schnellen Akzeptanz der Einheimischen hier sehr wohl und fanden diese Begegnung der etwas anderen Art sehr schön. Das superfreundliche Personal nahm uns auch mit in die noch wärmeren Becken. Hier war das Wasser jedoch so heiß, dass es für uns schon unangenehm wurde und wir nach kürzester Zeit wieder zu Abkühlen auf dem Rand saßen.
Da wir uns in einem asiatischen und dazu noch in einem muslimischen Land befanden, gab es natürlich einpaar Bekleidungs- und verhaltensregeln. Frauen waren mit mindestens kurzer Hose und T-shirt bekleidet und engerer zwischengeschlechtlicher sozialer Kontakt wurde vermieden. Den Männern war es freigestellt ob sie ihren Oberkörper bedecken wollten oder nicht, aber auch diese trugen mindestens kurze Hosen. Als wir um 3 Uhr morgens wieder im Guesthouse ankamen waren wir komplett erschöpft, aber auch sehr sehr hungrig. Ein Glück, dass wir mal wieder westlichen Komfort genießen und einfach mitten in der Nacht zum nächsten großen Fastfoodrestaurant gehen konnten. Mit den gratis Fahrrädern war dies nur eine Sache von 2min. und nach Burgern und Pommes konnten wir sehr gut schlafen.
Samstag kamen wir erst spät aus den Betten und bummelten durch die Stadt und durchs anliegende Einkaufszentrum. Hier gab es von Supermarkt bis Bowlingbahn wirklich alles Mögliche.Am frühen Abend arbeiteten wir noch an der Homepage und gingen dann relativ früh ins Bett, denn es sollte am nächsten Tag wieder nach KL gehen, wo Annas Eltern, die auch vom Reisefieber gepackt wurden, für circa 2 Wochen zu uns stoßen sollten.

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