Ride To Life Riding the World

The first Stops in a new Country

Mai 30

Puno ist ca. 4 Std. Fahrzeit von Copacabana entfernt doch liegt es immer noch am Titicaca See, wo einen die Ausmaße der Wasserfläche so richtig bewusst wird. In der Stadt gab es nichts Besonderes, wird aber von den meisten als Absprungort für Touren zu den peruanischen Inseln im See genutzt. Was aber sofort auffiel, war der Luxus der hier im Vergleich zu Bolivien, dem ärmsten Land Süd Amerikas herrschte. Aber Luxus ist eigentlich der falsche Ausdruck, denn es gab nur mal wieder normale Modeläden und Apotheken, aber auch die Restaurants sahen schon teurer aus. Das alleine war schon ein großer Unterschied. In Puno blieben wir nicht lange und unternahmen, außer im Marktgebäude zusammen mit den Einheimischen zu essen, nichts größeres.

Unsere erste Station im Landesinneren war Arequipa oder wie weiße Stadt – la blanca ciudad – genannt. Den zusätzlichen Namen hat Arequipa durch die aus hellem Vulkangestein erbaute Altstadt bekommen. Ansonsten könnte man die Stadt auch noch Stadt der Vulkane nennen, da drei große Vulkane um das Tal herum aufragten. Von hier aus wollten wir eine Tour in die anliegenden Canyons unternehmen, von denen einer sogar der tiefste der Welt ist, es darüber aber anscheinend keine allgemeine Übereinkunft gibt. So buchten wir eine 3-Tagestour in das Canyon durchzogene Gebiet, die schon am nächsten Tag losgehen sollte. Eigentlich war der Preis der Tour zu hoch für unseren Geschmack, aber wie wir schnell herausfanden, war alles sein Geld wert, zumal wir noch eine 10 € Ermäßigung bekamen.

Am nächsten Morgen wurden wir von unserem Hostel abgeholt und bis zum Mittag waren wir in der Colca Canyon Region angekommen, wo es erst mal ein großes Mittagsbuffet gab, an dem wir viel zu viel aßen. Danach sollte es dann mit dem Auto in den selbigen Canyon gehen, doch kaum hinter Chivay, dem Hauptort der Colca Region, wurde gerade ein Fest abgehalten. Viele bunte Trachten wurden getragen, das Gelände war geschmückt und Kapellenmusik schallte über die Versammlung. Natürlich war das kein geplanter Stopp, doch unser Guide Roosevelt war der Meinung, dass das eine gute Möglichkeit sei die Menschen der Region ein wenig kennenzulernen. Es waren ungefähr 300 – 500 Menschen versammelt, die sich mit Essen, Trinken, Tanzen und Gesprächen die Zeit mit zum traditionellen Stierkampf vertrieben. Dieses Spektakel wollten uns sicherlich nicht entgehen lassen und, das die Bullen nur geärgert und nicht verletzt wurden, machte es noch besser. Der Bulle wurde in einem ummauerten Feld freigelassen und jeder der wollte durfte in die Arena steigen. Dazu waren durch deren hohen Alkoholkonsum ziemlich viele Männer bereit, was zur Belustigung der Anwesenden mit beitrug. Als der Bulle nach der ersten Runde zurück in den Viehtransporter gelockt worden war mussten wir das Vergnügen leider verlassen, weil wir noch ein gutes Stück Fahrt bewältigen mussten. Es ging also weiter gen Canyon und bald hatten wir das Colca Tal hinter uns gelassen und in den selbigen Canyon gekommen, der vielleicht nicht der tiefste der Welt ist aber es ging schon verdammt tief nach unten. Gen Sonnenuntergang kamen wir am Cruz del Condor an, dem Aussichtspunkt für die Andenkondore die es hier in der bergigen Umgebung gab. Und tatsächlich sahen wir auch gleich einen der ruhig zwischen den beiden Felswänden seine Kreise zog. Unser erstes Übernachtungsort war Cabanaconde der Hauptort des Canyons. Von hier aus ging es am nächsten Tag in 3 Std. auf den Grund des Canyons, wo wir die 2. Nacht verbringen sollten.

Der Abstieg erwies sich als sehr steil und steinig. Der Pfad schlängelte sich am Berghang hinab und nach 3 Std. konstant bergab waren unsere Beine dementsprechend müde. Unten angekommen erwarteten uns mehrere kleine Unterkünfte die in einer Oase, in der sonst sehr kargen Landschaft, gelegen waren. Zu unserem Wohlbefinden gab es Hängematten und einen Pool, welcher nach dem Abstieg sehr erfrischend war. Dies war definitiv ein Ort an dem man hätte länger bleiben können, doch mussten wir am folgenden Tag die Bergwand wieder empor steigen. Das wollten wir uns eigentlich nicht vorstellen, denn die 1400 Höhenmeter Abstieg waren schon anstrengend genug, aber den Berg wieder hoch würde bestimmt zur Quälerei werden. Es gab für die geplanten 3 Std. Aufstieg keine einziges Stück Pfad das nicht bergauf führte und so waren wir der Meinung keinesfalls in der angegebenen Zeit bewältigen zu können. Abends bekam Anna dann auch noch Kopfschmerzen die auch am nächsten Morgen noch nicht weg waren. Auch ohne Kopfschmerzen wäre der Weg zurück schon schwer genug und so trafen wir die einzige vernünftige Entscheidung:

Anna und zwei andere aus unserer Gruppe nahmen den Maultier-Express, welche alle drei ohne größere Anstrengungen in der Hälfte der Zeit nach Cabanaconde bringen würde. Da Maultiere noch viel bessere Wanderer und Kletterer als Menschen sind, war der Bergpfad wie gemacht für diese Transportart. Wir anderen stellten uns dem Schicksal und um 6 Uhr morgens war Aufbruch. Tatsächlich war der größte Teil des Aufstiegs gar nicht so schwer. Mit dem Plan eine halbe Stunde und dann 5 min. Pause ging es zügig voran und man hatte schnell seinen Rhythmus gefunden. Als es dann zum letzten Viertel kam, wurde es jedoch immer schwieriger – vielleicht auch wegen der Höhe, die man nun erreicht hatte, knappe 3000 m. Nach 2 Std. und 45 Min. kam ich oben an wo alle anderen schon warteten und zusammen ging es das letzte Stück nach Cabanaconde zurück wo wir auch wieder auf unsere Maultierhelden trafen. Anna hatte sich während des Ritts sehr mit ihrem Muli angefreundet und hätte es auch sehr gerne mit auf die weitere Reise genommen, nur leider war in unserem Bus nicht mehr genug Platz und es wäre bestimmt schwierig gewesen dem Besitzer dieses wertvolle Transporttier abzukaufen.

Nach dem wir alle im Bus verstaut waren, ging es wieder in Richtung Chivay. Kurz bevor es zum Mittagessen ging machten wir noch einen einstündigen Aufenthalt in heißen Thermalquellen, was unseren Beinen sehr zugute kam und das anschließende reichhaltige Buffet unseren Mägen. Die anschließende Rückfahrt war nur ein müdes Dasein und als wir wieder ein Arequipa angelangt waren ging es sehr schnell ins Bett.

Tripack

Mai 30

Wir hatten schon in Uyuni gehört, dass es in La Paz Aufstände und Demonstrationen geben sollte und tatsächlich kamen wir mit dem Bus nicht wie geplant ins Stadtzentrum, weil eine Demonstration die Zufahrtsstraßen blockiert hatte. So wurden wir aus dem Bus verfrachtet und mussten mit dem Taxi über Umwege ins Zentrum fahren. Als über den Rand des El Alto Plateaus fuhren, hatten wir eine unglaublich Aussicht über La Paz, denn El Alto liegt mit 4000m knappe 400 Höhenmeter über dem eigentlich Stadtzentrum. Wir fanden schnell eine Unterkunft und ließen den Tag ohne weiter Ereignisse ausklingen.

Nach 2 Tagen La Paz stieß Hauke, ein Freund von zuhause, der auch gerade in Süd Amerika unterwegs war, zu uns und zusammen erkundigten wir noch ein wenig die Stadt, bevor es am Dienstag mal wieder in tiefer-gelegene Gebieten ging.

Im Minibus ging es in die Dschungeltäler, den sogenannten Yungas. Nach 3 Std. kamen wir im kleinen verschlafenen Dörfchen Coroico an in dem wir ein paar Tage blieben. Unser Lodge befand sich 20 min. Fußmarsch über dem Dorf und lag an einer bewaldeten Hügelseite. Hier konnte man wieder in kurzer Kleidung herumlaufen was uns aber schnell zum Verhängnis wurde.

Denn mit dem wärmeren Klima kamen auch wieder allerlei blutsaugende Insekten zum Vorschein. Vor allem die Sandfliege, die hier wohl zu Millionen vertreten war, machten uns das Leben schwer und wir litten noch mindesten eine Woche danach an den Stichen. Im Gegensatz zum Mückenstick bemerkt man nicht, dass man attackiert wird und Pech war auch das Handelsübliche Insektenmittel hier nicht weiter halfen. So wurden wir gleich in den ersten Stunden durchschnittlich über 100 Mal gestochen und es war wieder lange Kleidung angesagt.

In Coroico ging es eher relaxed zu. Da Hauke im Besitz einer Campingausrüstung war, entschieden wir uns dazu die meiste Zeit durch Eingekauftes selber zu kochen. Das fand mal in der Natur bei Lagerfeuer oder in unserem Zimmer statt – natürlich ohne Lagerfeuer. Zu unserem Kochabenden gab es südamerikanischen Wein im Übermaß. Wo wir allerdings nicht widerstehen konnten, war das angebotene Käsefondue in einem Restaurant unten im Dorf und so aßen wir jeder gleich 2 Portionen von der herrlichen Mahlzeit. Wir waren so begeistert, dass wir beschlossen selbst Käsefondue zu machen was jedoch aufgrund unserer simplen Mittel nicht all zu gut funktionierte und noch Tage danach konnten wir kein Käse mehr sehen.

Am Freitag machten wir uns ohne langen Aufenthalt in La Paz auf fast direktem Wege zum Titicaca See an der bolivianisch – peruanischen Grenze. Dieser See ist der höchstgelegene beschiffbare See der Welt und liegt auf 3800 m Höhe. Wir kamen nach insgesamt nach 6 – 7 Std. Fahrt in Copacabana an. Was wir nicht wussten, jedoch schnell bemerkten, war, dass wir in ein einwöchiges Fest der Semana Santa (heilige Woche) geraten waren und die komplette Stadt übervölkert war. So fanden wir auch keine Unterkunft – auf jeden Fall nicht sofort und wir hatten schon damit gerechnet in Haukes Zelt übernachten zu müssen. Sämtliche Zimmer der Stadt waren belegt und die Menschen schliefen schon in den Eingangsbereichen oder hatten ihr Zelt dort aufgeschlagen wo es eine freie Fläche gab. Nach einer etwas längeren Taxifahrt fanden wir in einem etwas teureren Hostel ein Zimmer für 2, aber konnten es mit 3 Personen benutzen und einigten uns, dass einer Haukes Isomatte benutzen sollte. Dies war jedoch nicht nötig, den kurze Zeit später bekamen wir eine extra Matratze und Zubehör und so hatten wir ein kleines aber feines Dreibettzimmer. Das sehr gute und sehr große Frühstück am nächsten Morgen war im Preis mit inbegriffen und so war das Preis-Leistungs-Verhältnis gar nicht mal so schlecht.

Für den Nachmittag holten wir uns Boottickets für die kleine Insel Isla del Sol. Das überbesetzte Boot brachte uns in 3 Std. in den noch etwas weniger touristischen Norden der Insel. Die Überfahrt war unbequem weil Hauke und ich nur wenig Platz zwischen den vielen anderen Leuten hatten und waren nicht wie Anna klugerweise einfach draußen sitzen geblieben. Erst nach dem die Meisten im Süden ausgestiegen waren hatten wir freie Platzwahl und besetzten die Bootsspitze wo wir den Anblick der strahlenden Sonne und den am Horizont aufragenden Schneeberge genossen. Challapampa, unser Zielort, hatte nach unseren Schätzungen etwas 200 Einwohner und es gab eine handvoll Unterkünfte und Restaurants für Besucher.

Ein kleines Mädchen fing uns schon am Steg ab und zeigte uns eine gute Unterkunft die wir auch gleich bezogen. Am Ostersonntag machten wir eine Tageswanderung zu den im Norden gelegenen Inkaruinen und weiteren Relikten aus der Inkazeit. Da die Insel sehr bergig war, hatten wir auch bei den kurzen Distanzen ordentlich körperliche Ertüchtigung, zumal die Höhe es schon schwierig machte die Berge empor zu wandern. Gen späten Nachmittag kamen wir dann querfeldein von den Bergen wieder zurück ins Dorf. Den nächsten Tag verbrachte jeder wie er wollte. Hauke machte sich auf den Süden der Insel zu erkunden, während wir das Dorfleben beobachteten und die warme Sonne genossen bis wir uns nachmittags wieder mit Hauke trafen und den Tag ausklingen ließen – mit zwei Flaschen Wein und Knabberkram.

Am Tag danach ging es wieder rüber nach Copacabana wo wir noch eine Nacht verbrachten bevor es für uns wieder auf getrennte Wege ging. Hauke machte sich auf den Weg zurück nach La Paz um weiter durch Bolivien zu reisen und für uns zur nahegelegenen Grenze. Nachdem wir uns herzlich verabschiedet hatten ging es zum 8 km entfernten Grenzposten wo wir die normale Aus- und Einreise Prozedur hinter uns brachten und die Grenze überquerten – wiedermal zu Fuß. Die anschließende Verbindung in die nächste größere peruanische Stadt war gut und so ging es ins nächste Land – zusammengequetscht in einem Minibus.

The Rough Southwest

Mai 30

Am nächsten Tag – Mittwoch- ging es für uns in 6 Std. in die Salzwüstenstadt Uyuni.

Die 20.000 Einwohner Stadt ist wohl der letzte größere Außenposten vor der unwirtlichen Landschaft des Südwestens. Zudem gilt die Stadt als Ausgangspunkt für die Touren über den Salzsee und weiter gen chilenische Grenze. Außer den angebotenen Standarttouren waren aber auch noch weit abenteuerliche Ausflüge möglich. Wir beiden hatten uns in den Kopf gesetzt aus den normalen 3 Tagen eine 4-5 Tagestour zu unternehmen, um den abgelegenen Vulkan Uturuncu zu erklimmen, der knapp über 6000m liegt und nicht Teil der üblichen Exkursion ist. Nach dem Einholen von Informationen wurde uns allerdings ziemlich schnell bewusst, dass dieses Unterfangen durch den Mangel von Gleichgesinnten nicht ausführbar war. Wir fanden zwar Interessierte doch die Kosten lagen bei einem nicht ganz vollbesetztem Jeep einfach zu hoch für uns.

So trafen wir auf Tanja und Mathiass, zwei Hamburger, die mir dem Motorrad unterwegs waren waren und nachdem wir uns abends wieder getroffen hatten, beschlossen wir die Spezialtour erst mal sein zu lassen und einem Tipp nach, den Salzsee in einem öffentlichen Bus nach Llica, einem kleinen Dorf auf der anderen Seite, zu überqueren. Der Vorteil hierbei war der günstige Preis und, dass der Bus den See komplett überquerte. Vom Einholen der Informationen wussten wir nämlich, dass die Jeeps aufgrund des Wasserspiegels auf der Salzkruste nicht sehr weit hinauf fuhren und nach ein paar Kilometern umdrehten. So verabredeten wir uns für den nächsten Morgen am Abfahrtsort des Busses. Der Bus war voll besetzt und auch bis zum Anschlag beladen. Der wahrscheinlichste Grund hierfür war vermutlich der gerade gewesene Markttag in Uyuni und so waren die Bewohner von Llica herüber gekommen um ihre Besorgungen zu erledigen. Nun ging es für 25 Menschen, 100 Liter Cola und Bier, sowie für etliche Kilo Reis und diverses anderes Gemüse in 6 Std. über die wundersame Salzfläche.

Der „Salaar de Uyuni“ ist der größte See seiner Art und besitzt auf seiner Oberfläche eine bis zu 15 m dicke Salzschicht, die es Fahrzeugen erlaubt diesen das ganze Jahr zu überqueren. Die 15m Salz bilden eine ziemlich sichere Fläche für solche Überfahrten, auch wenn es schon während der Regenzeit zu Einbrüchen gekommen ist. Dennoch verlief unsere Fahrt ohne Probleme und wir konnten sogar zwei mal aussteigen um Fotos zu schießen und die Landschaft hautnah zu erleben. Das Fantastische ist, dass, wenn der See trocken liegt, man eine unendliche glatte Fläche um einen herum hat und das einzige, was am Horizont zu sehen war, waren die weit weit entfernten Berge. Sobald allerdings einige wenige Zentimeter Wasser auf der Salzkruste liegen, verschwimmt allles wahrnehmbare. Man selbst fährt durch ein endloses Wolkenmeer und der Horizont verschwindet komplett durch die perfekten Spiegelungen. Die Fahrten durch diese surreale Landschaft waren atemberaubend und das kleine Dorf Llica, in dem wir ankamen, trug zu unserem kleinen Abenteuer nur bei. Es gab zum Glück zwei kleine Gasthäuser, in den wir unterkommen konnten. Außer uns waren keine Reisenden hier, was sehr schön war. Am Abend wohnten wir noch eine gut besuchten Sportveranstaltung in einer großen Halle bei, die sich aber sehr in die Länge zog und wir irgendwann schlafen gingen.

Zurück in Uyuni beschlossen wir uns dann einer normalen 3-Tagestour anzuschließen, was wir letztendlich auf keinen Fall bereuten. Zusammen mit 2 finnischen Mädchen aus Helsinki, einem verrückten Peruaner und seiner englischen Freundin ging es am ersten Tag auf den Salzsee, welchen Anna und ich schon zu genüge kennengelernt hatten und froh waren, dass der einzige Eindruck des Sees nicht durch ein Dutzend andere Jeeps und dementsprechend vielen Menschen getrübt wurde. Was allerdings schön anzusehen war, war der Eisenbahnfriedhof am Rande der Wüste wo alte ausrangierte Lokomotiven vor sich hin rosten und zusammen mit den umliegenden Schneegipfeln einen unterhaltsamen Anblick liefern. Die erste Nacht verbrachten wir in einem kleinen Dorf südlich des Salzsees und wir beide waren auf die nächsten beiden Tagen gespannt, die uns in die wüste Landschaft der Hochanden auf 4000 m – 5000 m führen sollte. Den ganzen 2. Tag ging es durch die Geröll-landschaft dieser Höhen. Die einzige Vegetation, die noch verblieb, waren Gräßer, die zwischen dem Geröll wuchsen. Wir waren nun so hoch, dass es auch tagsüber sehr kalt war und die Schneegrenze, die auf Grund zur Nähe zum Äquator hier sehr hoch liegt, lag nur etwa 100 m über den Schotterwegen die wir befuhren.

Das Besondere an den Landstrichen, war, dass hier und da flache Bergseen, sogenannte Lagunen gab, die tatsächlich von einer speziellen Art der Flamingos bewohnt wurden. Dieses Schauspiel trug nicht gerade dazu bei, die Landschaft für unser eins realitätsnäher zu gestalten. Am frühen Abend kamen wir zur sogenannten Laguna Colorada, die durch eine seltene Algenart rotes Wasser besaß, welches sehr merkwürdig anzuschauen war. Mitten im Nichts gab es hier einige wenige simple Unterkünfte die wir an unserer 2. Nacht belegten. Die Nacht war relativ kurz da wir schon um 4:00 Uhr morgens im stockdunklen und bei gefühlten 40° Celsius unter Null aufbrachen. Der erste kurze Stopp war ein Feld von Geysiren auf 5000 m Höhe doch viel konnten wir nicht sehen, da es noch nicht wirklich heller geworden war, und wir sollten später am Tag nochmals hier hin zurückkehren. Hier wurde deutlich welche vulkanische Aktivität herrschen musste, denn die Wasser- und Schlammlöcher blubberten freudig vor sich hin und überall schoss heißer Wasserdampf aus Rissen in der Erde. Auf dem letzten Stück gen chinesischer – ach ne, chilenischer Grenze – hielten wir zum frühstücken an heißen Thermalquellen die uns bei Sonnenaufgang nach dem frostigen Start in den Tag wieder aufwärmten.

An der chilenischen Grenze verließen uns die 2 Finninnen an dem wohl einsamsten Grenzposten der Welt und von hier ging es in einer langen Fahrt zurück nach Uyuni, von wo aus wir uns schon Zugtickets in Richtung La Paz gekauft hatten. Wir kamen am frühen Abend an und unser Zug ging kurz nach Mitternacht nach Oruro. Wir überbrückten die Zeit mit Abendbrot und Rumgehänge in den Restaurants, während unser Gepäck von Jakob, einem Dänen, den wir auf der Tour kennengelernt hatten untergebracht war. Leider war er am letzten Tag krank geworden und konnte uns keine Gesellschaft leisten. Gute Besserung an dieser Stelle! Der Zug war super bequem und nach den 3 Tagen Dauerprogramm schliefen wir die 7 Std. nach Oruro komplett durch. Von Oruro waren es noch 3 – 4 Std. Busfahrt in die größte Stadt Boliviens.

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