Ride To Life Riding the World

Ecuador // The Coast

Juni 12

Von Tumbes aus nahmen wir einen direkten Bus nach Guayaquil in Ecuador. Das war nicht nur einfacher, sonder auch sicherer, denn der Panamerican Highway Grenzübergang nach Ecuador hatte definitiv nicht die besten Bewertungen und Erfahrungen hervorgebracht. Dies reicht von dubiosen Taxifahrern, die dich über die Grenze bringen wollen und bevor man sich versieht steht man in der Pampa und wird ein kleines Vermögen los, bevor der Taxifahrer sich dazu bereiterklärt einen zurück in die Zivilisation zu bringen bis hin zu unkooperativen Grenzbeamten, die sich etwas dazu verdienen möchten. Tatsächlich haben wir einen vergeblichen Versuch eines Taxifahrers in Tumbes miterlebt wie er uns persönlich zur Grenze bringen wollte. Aber die Behauptung, dass die Grenze durch Straßenblockaden in den nächsten 5 Tagen nicht passierbar sei, hat uns zum Glück kalt gelassen, obwohl sie basierend auf unseren Erfahrungen durchaus glaubwürdig war. Von Tumbes ging es also mit dem Bus über die Grenze und ehe wir uns versahen waren wir in Ecuador.

Wie einige vielleicht wissen mögen ist Ecuador der größte Bananen Produzent der Welt und das fiel einem auch einiger maßen schnell ins Auge, da sich die kilometerlangen Bananenplantagen auf beiden Seiten der Straße nicht lange auf sich warten ließen. So fuhren wir durchs grüne und warme südliche Ecuador, wir überholten Chiquita und Dole Transporter und fühlten uns wie im heimischen Supermarkt und alle habe Stunde kam eine Horde von Verkäufern in den Bus die einem alles von Süßigkeiten bis gebratenem Hähnchen mit Pommes verkauften. Hätten wir gewollt, hätten wir wahrscheinlich noch eine Waschmaschine kaufen können ohne den Finger zu rühren.

Nach knappen 6 Std. Fahrt kamen wir in Guayaquil, der größten Stadt Eduadors an. Hier wechselten wir ziemlich fließend den Bus in dem modernsten Busterminal den ich bisher gesehen hatte. 3 klimatisierte Stockwerke waren Heim von etlichen Buskompanien die in alle Landesteile fuhren. Hier stiegen wir auf einen Bus nach Montanita um. Dies dauerte nochmals 3 Std. aber dann waren wir am frühen Abend endlich an dem Ort angekommen, wo wir endlich wieder ein wenig mehr Zeit verbringen wollten. Denn nach den vielen Ortswechseln nach nur 1 – 2 Nächten wollten wir es mal wieder etwas ruhiger angehen vor allem jetzt am Ende der Reise. Montanita war ein kleiner Surferort direkt am Pazifik und wir ließen uns sogleich von der Ruhe hier anstecken. Da wir in den Nebensaison hier angekommen waren, war der der Ort zum Glück nicht maßlos überfüllt, was sehr wahrscheinlich schien, da der komplette Ort auf Tourismus ausgelegt war. Es gab endlos viele Unterkünfte und Restaurants und natürlich Angebote für Aktivitäten. Montanita ist wohl einer der bekanntesten Surfspots Ecuadors und somit waren auch viele Surfshops vorhanden und wir ließen es uns natürlich nicht nehmen für die Zeit die wir da waren ein Surfboard auszuleihen um nach Malaysien und Australien wieder ein wenig üben zu können. Der Strand war äußerst gut für Anfänger und Fortgeschrittene und es gab jeden Tag genügend Wellen um sich mit dem Brett in den Ozean zu begeben.

Aber nicht nur ausländische Besucher kommen hier hin denn mit der nahen Lage zur größten Stadt Ecuadors ist Montanita auch ein sehr beliebtes Wochenendziel für die Einheimischen und so wurde es tatsächlich über das Wochenende sehr voll und der Geräuschpegel im Dorf stieg auf ein dreifaches an, was uns Nachts manchmal ein wenig nerven konnte, aber am Sonntag wurde es wieder leerer und das ruhiger Dorfleben nahm wieder seinen gewohnten Gang. Hier verblieben wir genau eine Woche bevor wir uns auf den Weg nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors machen mussten um 3 Tage später unseren Flug in Richtung Miami und Ende der zehnmonatigen Reise zu nehmen. Wir wären gerne länger hier geblieben um dem Reisealltag zu entfliehen und noch etwas mehr Strandleben und Urlaub vom Urlaub zu nehmen. Doch so machten wir uns am Donnerstag um 5 Uhr morgens mit dem Bus auf nach Guayaquil um dort gleich einen Anschlussbus nach Quito zu bekommen, da wir nicht vor hatten mitten in der Nacht anzukommen.

Peru // Travelled the northern highlands and scratched the amazon basin

Juni 12

Nach Lima ging es 12 Std. die Küste hoch. Denn von Chiclayo aus wollten wir die lange Reise gen Amazonas starten, welche uns durch das nördliche Hochland führen sollte bevor die letzten Andenausläufer in das Amazonasbecken hin abfallen. In Chiclayo, eine Stadt mitten in einer Wüstenlandschaft. Hier blieben wir 2 Nächte, besuchten den großen Markt und dann ging es in unser ersten Etappe in Richtung Cajamarca, einer kleineren Stadt auf knapp 2500 m in den Anden gelegen. Hier verbrachten wir nur eine kurze Nacht und besuchten am nächsten Morgen die Thermalquellen die etwas außerhalb des Städtchen lagen. Auf dem Weg zu den Quellen erfuhren wir auch noch wie das lokale Bussystem funktionieren kann. Denn der Betreiber unserer Unterkunft, hinderte uns daran ein Taxi zu nehmen und steckte uns im nächsten Moment in einen schon überfüllten Minibus, in dem wir zusammengequetscht bis zu den Quellen fuhren. Man versuche sich mal in einem solchen aufzuhalten, wenn alle Sitzplätze belegt sind. Wir können versichern, dass es auf keine Fall bequem zu geht. Um die Mittagszeit herum ging schon unser nächster Bus gen Celendin, einer noch kleineren Siedlung in den Anden, die hier nicht mehr ganz so hoch waren wie in den südlicheren Gebieten die wir bereist hatten.

In Celendin waren wir gezwungen etwas länger als geplant zu bleiben denn Anna hatte sich eine Magen-Darm Verstimmung eingefangen und konnte 3 Tage auf jeden Fall keine 10 Std. Busfahrt über Bergstraßen hinter sich bringen.

Doch nach den 3 Tagen konnte es dann endlich weiter gehen und in besagter Zeit brachte uns der kleine lokale Bus durch Flusstäler und über Berggipfel nach Chachapoyas. Für den nächsten Tag machten wir eine Tour zur großen Pre-Inka Bergfestung Kuelap mit, die etwa 3 Autostunden von Chachapoyas entfernt liegt. Es ist die größte Ruine dieser Epoche in ganz Südamerika, aber wird noch eher selten von Reisenden besucht, welche sich nicht gerade in Scharen in den Norden Perus begeben. Die Landschaft die das Fort umgab war eine Mischung aus Dschungel und Bergen, die von niedrig hängenden Wolken umhüllt wurden. Es muss damals ein gewaltiger Anblick gewesen sein, denn das Fort besaß eine Bevölkerung von schätzungsweise 3000 Einwohnern und wurde von unzähligen Soldaten und Festungsmauern bis 12 m Höhe gegen feindliche Angriffe geschützt. Manche Stimmen besagen, dass hier mehr Steine verbaut wurden als in den großen Pyramiden Ägyptens zusammen. Aber wir wollen darauf hinweisen, dass dies nur ein Gerücht ist.

Unser nächster Stopp war Tarapoto, welches schon fast im Amazonasbecken gelegen war. Wir fuhren von Chachapoyas mit dem „colectivo“, einer Art privatem Transport, welcher uns mit einer gefühlten Durchschnittsgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern in den Ort Pedro Ruiz brachten, wo wir auf den nächsten Bus gen Osten warteten. Von hier aus waren es noch 6 Std. nach Tarapoto von dem wir am nächsten Tag gen Yurimaguas aufbrachen. Yurimaguas ist der letzte Ort der per Straße erreicht werden kann, bevor der schier endlose Dschungel des Amazonasbeckens sich bis zur Atlantikküste erstreckt. Hier waren wir nun endgültig im Amazonasgebiet angekommen und die Temperaturen waren wieder ins tropische angestiegen. Leider war hier auch Endstation für uns, denn wie wir leider bemerkt hatten, lief uns die Zeit davon und wir hätten es nicht mehr geschafft bis zum Amazonas zu kommen, welches eine 3+ Tages Bootstour voraussetzte. Nur zu gerne wären wir auf die im Fluss liegenden Frachtkähne gestiegen und wären gen Iquitos, der größten Stadt der Welt die nicht per Straße erreicht werden kann, gefahren.

Aber so ging es nach 2 Tagen Yurimaguas wieder gen Küste und um Zeit gut zu machen scherten wir uns nicht um lange Aufenthalte und setzten unserem Reisemarathon der letzten Zeit noch einen darauf. So schafften wir es in knappen 60 Stunden bis zur Küste Zentralecuadors zu reisen. Um dies zu vereinfachen, hier einfach unsere Schritten in Kurzform.

2 ½ Std. Yurimaguas – Tarapoto (2 Std. Aufenthalt)

14 Std. Tarapoto – Chiclayo (5 Std. Aufenthalt)

8 Std. Chiclayo – Tumbes (12 Std. Aufenthalt)

6 Std. Tumbes – Guayaquil, Ecuador (½ Std. Aufenthalt)

3 Std. Guayaquil – Montanita!

Nach diesem Kraftakt haben wir noch 10 Tage in Ecuador zu verbringen, bevor unsere Reise uns aus Südamerika forttragen wird.

From Cuzco to Lima

Juni 11

Unser nächster Halt war das 9 – 10 Std. entfernte Cuzco. Die einstige Inka Hauptstadt und Ausgangspunkt für die Ruinen von Machu Picchu war natürlich ein ganz schön touristisches Flecken Erde. Aber idyllisch war es trotzdem mit den kleinen kopfsteingepflasterten Gassen, den alten Gebäuden und den vielen kleinen Plätzen umringt von altertümlichen Kirchen. Aber unser Aufenthalt wurde auch von der ernüchternden Wahrheit getroffen, dass die Machu Picchu Anlagen so unglaublich kommerziell ausgeschlachtet wurde, dass wir uns die Ruinen nicht leisten wollten Das größte Übel ist, dass es Ausländern unter Strafe verboten ist die lokalen Transportmittel, wie den lokalen Zug, in Richtung Ruinen zu nehmen. Man wird also gezwungen das Monopol von PeruRail zu benutzen und wird sogar bestraft wenn man es umgehen will. Mittlerweile kann man nicht mal mehr die Strecke zum MP wandern, da die Hauptstrecke, der sogenannte Inka Trail, nur noch mit offiziellen Guides und Organisationen benutzt werden darf und die 4 Tages Wanderung um die 400 $ kostet. Dieser ganzen Geldmacherei – es ist ja in Ordnung ein hohen Eintrittspreis für die selbige Sehenswürdigkeit zu verlangen, aber schon bei der Anfahrt anfangen den Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen und das mit so einer Dreistigkeit – wollten wir nicht auch noch beisteuern und fuhren so am nächsten Tag mit dem Bus nach Lima.

Doch wiedermal kam es etwas anders als geplant, denn wir hatten die Rechnung ohne die streikfreudigen Peruanern gemacht und so ging nach 18 Std. Fahrt wieder mal nicht auf der Straße. Der Grund war, dass die Baumwollbauern aufgrund massiver Preis-einstürze und von der Regierung verweigerten Subventionen den Panamerican Highway, der die südamerikanische Westküste entlang führt blockiert hatten. Das geschah 3 Std. vor Lima und letztendlich kamen wir 48 Std. nach dem Verlassen von Cuzco am Abend in Lima, der Hauptstadt und mit 8 Millionen Einwohnern der größten Stadt Perus an.

Vom vielen Warten und der zusätzlichen Nacht im Bus gibt es nicht viel zu erzählen genauso wie von Lima, außer, dass wir beide uns ein Tattoo in Lima stechen lassen haben gibt es von dort auch nicht zu erzählen. Zu Bemerken gibt es noch das superkleine familiäre Guesthouse in dem wir unterkamen. Es gab Platz für 8 Gäste und war eher eine Wohnung als ein Guesthouse. Es gab ein komplett eingerichtetes Wohnzimmer als Aufenthaltsbereich und eine Küche. Die Zeit die wir hier verbrachten war auch Muni aus Hong Kong da und ab und zu kamen anderen Gäste dazu und verschwanden dann wieder. Muni musste hier auf eine Freundin warten und war die meiste Zeit am Computer anzutreffen. Wir machten uns schon fast sorgen wenn dieser mal unbesetzt war.

Dann ging es die Küste hoch, weiter gen Norden.