April 16

Nachdem wir 2 Tage in Santiago de Chile, der Hauptstadt Chiles, verbracht hatten, ging es am 19. März von hier über Iqueque, im Norden Chiles, indirekt in die bolivianische Stadt Santa Cruz. Leider war die einzige Verbindung von Santiago nach Santa Cruz so gelegt, dass man mitten in der Nacht ankam und da wir keine Unterkunft gebucht hatten, hatten wir wenig Lust im Dunkeln planlos in einer südamerikanischen Stadt herumzuirren, von dem einem sowieso eher abgeraten wird. So verbrachten wir die Stunden bis zum Sonnenaufgang im Viru Viru International Airport, der zur keiner Zeit wirklich leer war, obwohl zwischen 2:30 Uhr und 7:00 Uhr gar keine Maschinen starteten oder landeten. Zur Freude unserer Mägen gab es ein relativ günstiges Bistro, welches die ganze Nacht geöffnet hatte und wir nahmen ein sehr verspätetes Abendessen ein und sogar Bier.

Um 7:00 Uhr nahmen wir dann einen öffentlichen Bus ins Zentrum, der uns dann nahe, der von uns angegeben Straße absetzte. Santa Cruz war wie ausgestorben. Fenster und Türen waren verrammelt, vereinzelnd sah man Menschen und überall lag Müll herum. Ein kurzer Gedanke an den Tag gab uns schließlich die Erklärung für das verlassene Stadtzentrum – es war Sonntag Morgen. Es war eine sehr interessante Stimmung. Aus der großen Kathedrale kamen die Gesänge der Sonntagsmesse und Palmen standen vor alten, dicht aneinander gequetschten Kolonialbauten. Die ersten zwei Unterkünfte waren voll, obwohl wir keinen einzigen Menschen dort sahen. Das dritte Guesthouse war uns eigentlich zu teuer und das vierte war preislich genauso, jedoch war es schöner und inklusive Frühstück. Leider wurde unser Zimmer erst gen Mittag freí und so fristeten wir unser müdes Dasein, mit dem Gefühl noch nicht richtig angekommen zu sein, zwischen Hinterhof des Guesthouses und einem nahegelegenen Café. Dort lud uns ein älterer Herr ein uns zu ihm zu setzen und uns mit ihm zu unterhalten, welches mehr schlecht als recht von statten ging auf Grund unserer noch sehr schlechten Spanischkenntnissen. Aber zumindest ging das Bier auf seine Rechnung. Die zwei Tage in Santa Cruz benutzten wir schon mal um die Ruhe und die Schläfrigkeit Südamerikas auf uns wirken zu lassen.

Santa Cruz ist die größte Stadt Boliviens und liegt auf ungefähren 500 m im Flachland. Die Berge waren von ihr aus nicht zu sehen und wir waren definitiv in einer tropischen Stadt angekommen. Das Stadtleben zentrierten sich um den hübschen Plaza de Septiembre, der mitten von Kolonialbauten und im Schatten großer Palmen lag. Dort hielten sich den ganzen Tag viele Einheimische auf um entweder mit freunden zu reden oder einfach dem Straßentreiben zuzuschauen.

Santa Cruz ist zwar die größte Stadt des Landes, aber viel zu tun gab es hier nicht. Deswegen ging es schon am Dienstag in einer langen langen Busfahrt nach Cochabamba.