Oktober 16

In Quito kamen wir am frühen Abend an und machten uns sogleich auf die lange Taxifahrt bis zu unserem Hostel. Da sich Quito trotz nur 2 Millionen Einwohnern ziemlich in die Länge streckt war die ein Unterfangen von min. einer halben Stunde. Wir belegten 2 Betten im Mehrbettzimmer und gingen noch kurz billig mexikanisch essen. Am nächsten Tag machten wir uns erst spät auf die Socken und unser einziges Tagesziel war der Handwerksmarkt im Stadtteil La Mariscal, zu dem wir zu Fuß gehen konnten, denn unser Hostel lag nicht weit davon entfernt. Später am Tag ging es noch gen Supermarkt um uns die letzte Zeit in Quito selbst zu versorgen und außer dem abendlichen Kochen war der Tag hiermit im Großen und Ganzen beendet. Am Samstag wollten wir den Äquator besuchen der ca. 25 Km von Quito verläuft und in lokalen Bussen schafften wir es tatsächlich dorthin zu gelangen ohne uns im Großstadt Gewimmel zu verlaufen oder festzufahren.

Mitte der Welt hatten wir uns spektakulärer vorgestellt, aber was sollte man erwarten. Die Äquatorlinie zog sich mitten durch ein Vorort von Quito und war von einem großen Monument gekennzeichnet. Über die ganze Anlage war der Äquator als rote Linie aufgemalt um zu verdeutlichen wo man nun genau auf der Süd- bzw. auf der Nordhalbkugel steht. Was ganz interessant ist, ist, dass das beschriebene Monument und die Linie gar nicht dem richtigen Äquator entsprechen sondern wohl 240 m zu südlich liegen. Doch das scheint überhaupt niemanden zu stören, denn die Menschen die von der touristischen Attraktion profitieren werden sich vermutlich noch Jahre dagegen sträuben die ganze Anlage zu verschieben. Anscheinend wurde die Anlage nämlich vor der Zeit des GPS erbaut und wurde Anhand alter Messungen positioniert. Doch die neuen GPS Geräte zeigen sehr deutlich, dass man fast einen viertel Kilometer daneben lag. Auf der Anlage selbst behauptet ein kleines Museum jedoch auf der richtigen Äquatorlinie zu liegen und zeigt den Besuchern Versuche die nur auf dem Äquator möglich sind. Z.B., dass auf der Nordhalbkugel der Wasserstrudel eines abfließenden Waschbeckens sich rechts herum dreht, auf der Südhalbkugel sich links herum dreht und genau auf dem Äquator gar keine Rotation mehr aufweist oder das Experiment des Eier Balancierens. Doch wurde nachgewiesen, dass diese Experimente gar kein Äquator benötigen um ausgeführt zu werden und so ist dies wahrscheinlich einfach nur der nächste Schwindel.

Was allerdings sehr interessant ist, ist, dass Ecuador das einzige Land ist, in dem man damals die Position des Äquators bestimmten konnte. Denn wie es der Zufall so will verläuft die Mittellinie nur in Ecuador zwischen festen Bezugspunkten entlang – Berggipfel – die unbedingt notwendig sind um dessen Lage zu berechnen. Folgt man dem Äquator wird man nirgendwo anders auf unveränderliche Landschaften treffen. Großteils über Wasser und sonst durch Dschungel und Wüsten, die sich stetig verändern, verläuft die Linie um die gesamten Weltkugel.

Für Quito und Ecuador sowie für Süd Amerika war das die letzte Aktion die wir gestartet haben uns am nächsten Tag ging es am Nachmittag gen Quito Flughafen um unseren Flug zum letzten Stopp auf der Reise zu tun. In 4 Std. ging es von Quito nach Miami, wo wir ca. um Mitternacht ankommen sollten. Also  auf Wiedersehen Südamerika!