Februar 6

In Khota Bahru angekommen, nahmen wir ein Taxi ins Stadtzentrum, welches der Taxifahrer gerade noch finden konnte. Zu unserer Zielunterkunft, wurde es schon schwieriger, aber nach etwas hin und her und dem heraußfinden der genauen Adresse, schaffte er es dann doch uns wenigstens in der richtigen Straße rauszulassen. Leider war die Unterkunft unauffindbar und da wir keine Lust hatten noch länger zu suchen, nahmen wir das erstbeste was wir fanden. Was sich mehr als erstes, aber weniger als bestes hergab. Schäbige kleine fensterlose Boxen galten als Zimmer und die sanitären Einrichtungen, falls man diese so nennen wollte, waren nicht unbedingt einladend. Mehr sei hierzu nicht gesagt, aber es sollte ja nur bis zum nächsten Morgen sein.

In der Stadt selbst war nicht sehr viel los. Wir kamen um 2130 Uhr an und fanden eine fast ausgestorbene Stadt vor. Die meisten Geschäfte  hatten schon geschlossen und etwas essbares zu finden, stellte sich auch als nicht wirklich leicht herauß, wenn man nicht unbedingt Fastfood und ähnliches zu sich nehmen wollte. Ein weiteres Problem, war, dass viele große Restaurantketten, die kleinen, als sehr gut beschriebenen lokalen Restaurants, aufgekauft hatten und nun Filialen von Pizza Hut, Mc Donalds, Pizza Heaven und co. an den Straßenecken prangten. Leider hatten wir durch diese vielen negativen Aspekte Khota Bahru als nicht wirklich schön in Erinnerung. Doch sollte es am nächsten Tag noch nicht besser werden.

Da wir nicht richtig wussten, wohin mit uns an der Ostküste, steuerten wir das kleine Fischerdörfchen Merang an, um rauß aus der Stadt zu kommen. Von Khota Bahru bis hier her nahmen wir uns ein Taxi, da sich der Preis nicht wirklich von dem für vier Bustickets unterschied und es dazu noch komfortabler von statten ging. Doch auch Merang machte keinen guten Eindruck. Durch das mehr schlechte als rechte Wetter noch verstärkt, machten die handvoll heruntergekommenen und komplett leeren Unterkünfte und das Wenige, welches dazwischen lag, keinen sehr belebten und einladenden Eindruck auf uns. Da wir es nicht darauf ankommen lassen wollten, in diesem Örtchen, in dem wir keine einzige Möglichkeit gesehen hatten uns zu verpflegen und eher alles schlief, festzusitzen, verlängerten wir die Taxifahrt nach Kuala Terengganu, der nächsten größeren Stadt.

Da wir hier wieder an einem Verkehrsknotenpunkt angelangt waren, konnten wir ohne Probleme auch noch die letzte Etappe für diesen Tag hinter uns bringen. Die letzten 150 Km unserer unbestimmten Reise, sollte uns in den kleinen Küsten und Surf-Ort Cherating führen. Dieser stand für später sowieso auf unserem Programm und so schadete es auch nicht, hier schon ein paar Tage vorher anzulanden und wieder einmal die Füße hochlegen zu können. Der Bus setzte uns auf dem Küstenhighway 3 ab. Von hier war es noch 1 Km runter in das kleine Dorf, was wir zu Fuß bewältigten.

Cherating bestand aus nicht mehr als 2 Straßen, ein paar wenige Geschäften, Unterkünften, Restaurants und Bars. Das Dorf erstreckte sich an dem kilometerlangen Sandstrand und war gen Hinterland von dichtem Dschungel und Mangroven abgeschirmt. Gleich spürte man wie das schläfrig gemütliche Strandleben auf einen einwirkte. Hier war der perfekte Ort zum lange schlafen, spät ins Bett gehen und dazwischen nicht viel mehr tun als Kaffee oder Bier trinken, am Strand liegen oder auch auf guten Wellen warten und surfen. Kein Wunder, dass viele die einmal hier landen, meistens länger als geplant bleiben. Hier verbrachten wir nach dem schnellen Reisetempo der letzten Tage eine gute Woche, in der wir nicht mehr zu tun hatten als oben. Doch eine Sache machten wir doch noch. Zed, der supernette Besitzer einer Strandbar, fuhr mit uns in seinem Pick-Up in den nächsten größeren Ort um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und wir bummelten zusammen mit ihm durch das Einkaufszentrum.

Anna und ich versuchten uns beide im Surfen, mussten jedoch einsehen, dass es sehr viel mehr Kraft brauchte sich gegen die Strömung und Wellen zu stemmen, als wir bisher angenommen hatten und dementsprechend waren wir die Tage nach unseren Versuchen, auch meist ein wenig gerädert. Doch selbst die zwei Tage, die wir versuchten uns auf den Brettern zu halten, brachten schon Fortschritten und wir freuen uns schon an der vietnamesischen Küste weiter zu machen, womit wir in Malaysia angefangen hatten.

Die Woche verging trotz des vielen Nichtstuns, sehr zügig und schon bald mussten wir uns entscheiden, welchen Zwischenstopp wir noch einlegen wollten auf unserem Weg nach Singapur. Die Wahl fiel auf Kuantan. Einer größeren Stadt an der Ostküste und nur knapp 50 Km südlich von Cherating gelegen. Hier verbrachten wir noch die letzten Nächte bis Annas Eltern von Singapur wieder nachhause fliegen sollten.

Eigentlich wollten wir mit dem Expressbus direkt nach Singapur fahren, doch dies wurde, aufgrund der massiven Überflutungen im südlichsten Staat Festlandsmalaysias Johor, zu einem nicht machbaren Unterfangen. Mittlerweile waren schon ca. 50.000 Bewohner evakuiert und eine handvoll war bereits durch die Wassermassen umgekommen. Angesichts dessen, entschieden wir uns deutlich gegen eine Busfahrt nach Singapur, welche auch mit den normalen Bussen gar nicht mehr durchführbar war. Da uns auch keiner sagen konnte, ob sich die Situation verbessern oder noch weiter verschlechtern würde, war unsere einzige Chance, so schnell wie möglich nach Singapur zu kommen, uns einfliegen zu lassen. Dies war auch notwendig, da wir vier, in den nächsten Tagen noch Flüge erreichen mussten. So buchten wir kurzer Hand 4 Plätze in einer 60 Passagiere Propellermaschine von Kuantan direkt nach Singapur. Da der früheste Flug erst einen Tag später ging, verlängerte sich unser Aufenhalt in Kuantan um eine Nacht.